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Aitit Der Ehrgeiz kann warten, die Rache nie. Und das Herz des Biſchofs war voll Rache.
Er war mit ſeinen Bedenken ſo weit ge⸗ kommen, als die Marquiſe nach Hauſe zurückkehrte.
„Ich erwartete nicht, Monſeigneur,“ ſagte die Marquiſe, das Glück zu haben, Sie heute zu ſehen. Was verſchafft mir die Freude des Beſuchs?“
„Es iſt gewiſſermaßen ein Abſchiedsbeſuch, Mar⸗ quiſe,“ antwortete Monſeigneur Coletti, indem er aufſtand und mit wehr geihelt Zärtlichkeit, als Reſpekt die Hand der Gläubigen küßte.
„Wie! Ein Abſchiedsbeſuch?“ rief die Mar⸗ quiſe, auf welche dieſe Worte dieſelbe Wirkung machten, als würde ihr das Ende der Welt ver⸗ kündet.
„Leider, ja, Marquiſe,“ ſagte der Biſchof me⸗ lancholiſch;„ich gehe von hier fort, oder vielmehr ich werde von hier fortgehen.“
„Für lange?“ fragte Frau von la Tournelle erſchrocken.
„Wer weiß, liebe Marquiſe, vielleicht für immer; kennt man denn die Stunde der Heimkehr?“
„Aber Sie haben mir noch nie von dieſem Weggange geſprochen.“
„Ich kenne Sie, liebe Marquiſe, ich kenne das
anze Wohlwollen, das Sie für mich hegen. Es
mir deßhalb die Bitterkeit zu mildern, wenn ich Ihnen meinen Weggang bis zum letzten Mo⸗ mente verſchwiege. Wenn ich mich getäuſcht, ſo ent⸗ ſchuldigen Sie meinen Irrthum.“
„Und was iſt die Urſache Ihres Weggangs?“ fragte Frau von la Tournelle.„Was iſt der Zweck.“


