Teil eines Werkes 
8. Bd. (1859)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

„

30

druck des Abſcheues,„das war ein häßlicher Vor⸗ ſchlag, ein gemeiner Handel.“

„Das habe ich auch gedacht, Herr Marſchall,“ beeilte ſich der Biſchof zu ſagen;„ich habe mir auch erlaubt, dem Herrn Grafen ernſte Vorwürfe zu machen.“

„Daran haben Sie wohlgethan!“ ſagte der Marſchall lebhaft.

„Aber der Herr Graf beſtand darauf,“ fuhr der Biſchof fort,„er hat mir vorgeſtellt, und nicht ohne Gründe, daß die Männer von ſeinem Ta⸗ lent und ſeiner geprüften Treue ſelten ſeien; daß Seine Majeſtät Fehleiche rohe Feinde zu bekämpfen habe und,“ fuhr Monſeigneur Coletti beſcheiden fort, „indem er mir ein Erzbisthum anbot, ſagte er mir, er habe keinen andern Zweck, als den reli⸗ Sinn wieder zu beleben, der von Tag zu

ag kälter werde. Das ſind ſeine eigenen Worte, Herr Marſchall.“

„Und was für eine Folge hatte dieſer abſcheu⸗ liche Vorſchlag?“

„Ganz abſcheulich allerdings, Herr aber mehr abſcheulich dem Schein, als der Wirk⸗ lichkeit nach; denn, es iſt leider nur zu wahr, daß die Hydra der Freiheit ihr Haupt wieder erhebt. Wenn wir uns nicht vorſehen, ſo iſt es, ehe ein Jahr vergeht, um das menſchliche Gewiſſen ge⸗ than, und auf dieſe Weiſe ſah ich mich gezwungen, das Anerbieten des Herrn Grafen anzunehmen.“

„Auf dieſe Weiſe,“ ſagte der Marſchall ſtreng, „wenn ich Sie recht verſtehe, hat mein Schwieger⸗ ſohn ſich verbindlich gemacht, Sie zum Erzbiſchoſ