Teil eines Werkes 
8. Bd. (1859)
Entstehung
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Als er nach Hauſe kam, war ſein Entſchluß gefaßt, ſein Racheplan ausgebrütet. Er begab ſich nach ſeinem Arbeitscabinete und nahm aus einem der Schiebfücher ſeines Schreibtiſches ein Papier, das er raſch öffnete.

Es war das einige Stunden vor ſeiner Wahl vom Grafen Rappt geſchriebene Verſprechen, Mon⸗ ſeigneur Coletti, falls er Miniſter werde, zum Erz⸗ biſchof ernennen zu laſſen.

Monſeigneur Coletti lächelte mit diaboliſcher Miene, als er das Papier las. Hätte Göthe ihn in dieſem Augenblicke ſehen können, er würde in ihm die Fleiſchwerdung ſeines Mephiſtopheles er⸗ kannt haben. Er faltete den Brief, und ihn in ſeine Taſche ſteckend, ging er raſch die Stufen der Treppe hinab, ſprang in ſeinen Wagen und ließ ſich zum Kriegsminiſter führen, wo er nach dem Marſchall von Lamothe Houdan fragte.

Nach einigen Minuten meldete ihm ein Huiſſier, daß der Marſchall ihn erwarte.

Der Marſchall Lamothe Houdan war durchaus kein Diplomat von der— ſeines Schwie⸗ erſohnes und noch weniger ein b von dem Jaliber des Monſeigneur Coletti; aber er beſaß eine Eigenſchaft, welche die Heuchelei und die Schlauheit aufwog. Seine Stärke war ſeine Offen⸗ heit; ſein Talent ſeine Geradheit. Er kannte den Biſchof nur als den Beichtvater und Leiter ſeiner Frau. Aber von ſeinem politiſch religiöſen Trei⸗ ben, von ſeinen unterirdiſchen Arbeiten für den Orden, von ſeinem ſcandalöſen Gebahren und Thun, obgleich allgemein bekannt, wußte er nichts, ſo ſehr