armung los, ſtieß ihn ungeſtüm von ſich, und warf ihm einen Blick voll Zorn zu.
„Genug ſolcher Lügen!“ ſagte ſie energiſch,„ich bin meines Schweigens müde und dürſte nach einer Erklärung.“
„Und welche Erklärung willſt Du, daß ich Dir gebe?“ fragte Camille in einem ſo natürlichen Tone, daß man hätte glauben ſollen, die Frage überraſche ihn wirklich.
„Aber das iſt ſehr einfach: die Erklärung Dei⸗ nes Benehmens ſeit dem Tage, wo Du zum erſten Mal den Fuß in das Hötel Valgeneuſe geſetzt.“
„Immer wieder Deine Zweifel,“ ſagte Camille mit Ungeduld;„ich glaubte Dich in dieſer Beziehung beruhigt zu haben.“
„Camille, mein Vertrauen auf Dich war ſo groß äls meine Liebe. Als ich Dich über Deine Bezie⸗ hungen zu Fräulein Suſanne von Valgeneuſe be⸗ fragte, und Du mich verſicherteſt, daß ſie für Dich und Du für ſie nur die Gefühle der Freundſchaft oder höchſtens geſchwiſterliche Gefühle hegeſt, da liebte ich Dich und glaubte Dir.“
„Nun alſo?“ ſagte der Amerikaner.
„Warte, Camille, dieſen Schwur, den Du mir vor vier Monaten thateſt, könnteſt Du ihn heute wiederholen?“
„Gewiß.“
„So liebſt Du mich alſo heute wie vor einem Jahr, das heißt am Tage unſerer Hochzeit?“
„Etwas mehr als vor einem Jahr,“ antwortete Camille mit einem Tone der Galanterie, der ſelt⸗ ſam mit der düſtern Miene ſeiner Frau contraſtirte.


