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einem jungen Mädchen, das indolent und leiden⸗ ſchaftlich zugleich, vergnügungsſüchtig im höchſten Grade war und nur an Unterhaltung dachte.
Die Triumphe von Frau von Rozan waren, wie wir ſahen, nur äußerliche, oberflächliche. Sie ließ den Glanz derſelben ganz auf ihren Mann fallen, und doch wird man ſogleich ſehen, weßhalb dieſe verliebte und triumphirende Creolin, trotz ihrer glänzenden Erfolge, ſo tief melancholiſch war, daß man hätte glauben ſollen, ſie leide unter irgend einem geheimen geiſtigen oder körperlichen Uebel. Man hatte in mehreren Salons dieſe Bemerkung gemacht, als man die Bläſſe ihrer Wangen und die dunkeln Ringe um ihre Augen ſah: eine eifer⸗ ſüchtige Wittwe behauptete, ſie ſeie bruſtleidend; eine verſchmähte Liebende, ſie habe einen Liebhaber; eine andere, mitleidigere Seele hatte entdeckt, daß ihr Mann ſie ſchlage: ein materialiſtiſcher Arzt be⸗ ſchuldigte oder vielmehr beklagte ſie, daß ſie zu ſtreng ihren ehelichen Pflichten nachkomme; kurz, alle Welt ſprach ihr Urtheil aus, aber niemand das richtige.
Und wenn uns der Leſer jetzt in das Schlaf⸗ zimmer der jungen ſchönen Frau folgen will, wird er in wenigen Augenblicken, wenn er es nicht be⸗ reits geahnt, das Geheimniß dieſes Kummers er⸗ fahren, das ganz Paris zu beunruhigen begann.
Am Abende des Begräbniſſes von Herrn Loré⸗ dan von Valgeneuſe, das heißt vierundzwanzig Stunden nach der Scene, die wir im vorhergehen⸗ den Capitel erzählten, war Frau Camille von Ro⸗ zan, welche in einer roſaſammtnen Bergdre lag,


