Teil eines Werkes 
7. Bd. (1858)
Entstehung
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nicht nur die Männer, ſondern auch die Frauen an ſich; und ſie glich inmitten eines Salons einem von Sternen umgebenen Planeten.

Man ſchrieb ihr tauſend Siege, und nicht eine Niederlage zu. Das war die volle Wahrheit: leb⸗ haft, feurig, leidenſchaftlich, vielleicht ohne es zu wiſſen, herausfordernd, lag zwar in ihrem Weſen eine ziemlich ausgeſprochene Coquetterie, aber nichts weiter, und wenn ſie, wie Camille, mehr bezeich⸗ nend, als tactvoll ſagte, die Leute ſich mit den Kleinigkeiten des Vorzimmers amüſiren ließ, ſo wußte ſie ſie dort zu bannen, ehe ſie noch die Schwelle berührt. Das Geheimniß ihrer Tugend lag in ihrer Liebe zu Camille, und wir möchten es im Vorübergehen ſagen, da ſich eine ſo gute Ge⸗ legenheit bietet, das Geheimniß aller weiblichen iſt: ein liebendes Herz, ein tugendhafter eib.

Frau von Rozan war dies in vollem Sinne; ſie liebte ihren Mann, ja, ſie betete ihn an: eine ſchlecht angebrachte Anbetung, wir geben das zu, namentlich wenn wir an das denken, was wir im vorhergehenden Capitel erzählt, aber vollkom⸗ men begreiflich für diejenigen, welche jenen äußer⸗ lichen Glanz, jene zauberhafte Anziehungskraft, mit der die Natur Camille beſchenkt, nicht vergeſſen.

Und wir haben es im Verlauf unſerer Geſchichte geſehen, Camille, jung, ſchön, launenhaft mehr, als diſtinguirt, mehr unterhaltend als geiſtreich, mit

dem pariſer Esprit hinlänglich gefirnißt, der leicht⸗

fertige, frivole, phantaſtiſche, ausgelaſſen heitere Camille mußte allen Frauen gefallen und beſonders