Teil eines Werkes 
6. Bd. (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

214

nige als der würdige Nachfolger des Prälaten prä⸗ ſentirt werden.“

„Exiſtirt ein ſolcher Mann?“ fragte der Biſchof beſcheiden.

„Ja,“ antwortete der künftige Deputirte,„er exiſtirt.“

„Und Sie kennen ihn, Herr Graf?“

„Ja,“ wiederholte Herr Rappt,„ich kenne ihn.“

Und bei dieſen Worten ſah der Diplomat den Biſchof auf dieſelbe Weiſe an, wie dieſer ihn vor⸗ her angeſehen, das heißt, er ſetzte ihm den Stuhl vor die Thüre. Monſeigneur Coletti verſtand ihn und den Blick demüthig ſenkend, ſagte er:

„Ich kenne ihn nicht!“

„Gut denn, Monſeigneur, erlauben Sie mir, Sie mit ihm bekannt zu machen,“ ſagte Herr Rappt.

Der Biſchof zitterte.

„Sie ſind es, Monſeigneur.“

„Ich!“ rief der Biſchof;„ich, der Unwürdige! ich! ich!“

Und er wiederholte das Wort ich, um ein leb⸗ haftes Erſtaunen zu heucheln.

„Sie, Monſeigneur,“ ſagte der Graf,„wenn Ihre Ernennung von mir abhängt, wie dies der Fall iſt, wenn ich Miniſter bin.“

Der Biſchof wäre vor Freude beinahe in Ohn⸗ macht geſunken.

„Wie!“ ſtotterte er.

Der künftige Deputirte ließ ihn nicht weiter reden.

„Sie haben mich verſtanden, Monſeigneur,“ ſagte er,„es iſt ein Erzbisthum, das ich Ihnen als