212
„Der Arzt des Erzbiſchofs, der ſonſt ein ziem⸗ lich heiteres Temperament beſitzt, wie alle Leute ſeines Standes, die Geiſt genug haben, um heiter hinzunehmen, was ſie nicht ändern können, ſchien mir ſo ſehr angegriffen, daß ich nicht umhin zu kön⸗ nen glaubte, ihn um die Urſache ſeines Kummers zu befragen.“
„Was hatte denn der Doctor?“ fragte der Bi⸗ ſchof mit erheuchelter Theilnahme, die er etwas wahrſcheinlich zu machen ſuchte.„Ohne gerade die Ehre zu haben, ſein Freund zu ſein, kenne ich ihn doch genug, um mich für ihn ganz beſonders zu intereſſiren, abgeſehen davon, daß er einer der edelſten Chriſten iſt, denn er wird von unſern ehr⸗ würdigen Brüdern von Montrouge in beſondern Schutz genommen.“
„Die Urſache ſeines Kummers iſt leicht zu be⸗ greifen,“ antwortete Herr Rappt, und Sie werden ſie beſſer begreifen, als irgend Jemand, Monſeig⸗ neur, wenn ich Ihnen ſage, daß unſer heiliger Prä⸗ lat krank iſt.“
„Monſeigneur iſt trank?“ rief der Abbé mit einem Schrecken, der in den Augen jedes andern, als eines Comödianten, wie Graf Rappt, ſehr gut geſpielt geweſen wäre.
„Ja,“ antwortete dieſer.
„Gefährlich?“... fragte der Biſchof, indem er ſeinen Mitunterredner feſt anſah.
In dieſem Blicke lag ein ganzes Geſpräch, eine ganze Frage, eine ausdrucksvolle, dringende Auf⸗ forderung zu ſprechen. Dieſer Blick wollte ſagen:
„Ich begreife Sie; Sie bieten mir das Erzbisthum
nu
al R de H te
ſei kö


