Teil eines Werkes 
6. Bd. (1858)
Entstehung
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„Aber, Monſeigneur,“ verſetzte der Deputirte, „abgeſehen von politiſchen Eiden, die nur geſchwo⸗ ren werden, um ſie zu brechen, ſo haben Sie mehrere andere gebrochen..“

„Herr Graf!“ rief der Biſchof mit entrüſtetem Tone.

„Sie haben das Gelübde der Kenſchheit abge⸗ legt, Monſeigneur,“ fuhr der Graf fort,„und Sie ſind, wie ich und die ganze Welt weiß, der galan⸗ teſte Abbé von Paris.“

„Herr Graf, Sie beleidigen mich,“ ſagte der Biſchof, indem er ſein Geſicht in den Händen barg.

„Sie haben das Gelübde der Armuth abgelegt,“ fuhr der Diplomat fort,„und Sie ſind reicher als ich; denn Sie haben hundert tauſend Franken Schulden. Sie haben das Gelübde..

„Herr Graf!“ ſagte der Biſchof, indem er auf⸗ ſtand,„ich kann Sie nicht länger anhören. Ich glaubte, Sie wollten hier den Frieden ſuchen, und Sie haben mir den Krieg gebracht. Es ſei!“

„Hören Sie mich an, Monſeigneur,“ verſetzte der künftige Deputirte ſanfter;„wir haben nichts zu gewinnen, weder der Eine, noch der Andere, wenn wir uns bekriegen. Ich bringe den Krieg nicht, wie Sie behaupten. Wenn das meine Abſicht wäre, ſo hätte ich nicht die Ehre, in dieſem Augenblicke mit Ihnen meine Meinung auszutauſchen.“

„Aber was verlangen Sie von mir?“ fragte der Biſchof, indem er einen mildern Ton anſchlug.

„Ich verlange zu wiſſen,“ antwortete Graf Rappt einfach,„welches von meinen Vergehen Ihnen zur Kenntniß gekommen?“