„Ein furchtbares Vergehen,“ murmelte der Bi⸗ ſchof, indem er die Augen zum Himmel erhob.
„Welches?“ drängte der Graf.
„Sie haben Ihre Tochter geheirathet!“ ſagte Monſeigneur Coletti, indem er ſich das Geſicht be⸗ deckte und ſich auf die Cauſeuſe ſinken ließ.
Der Graf betrachtete ihn mit einer Art von Verachtung, mit einem Ausdruck, welcher ſagen wollte:„Nun ja, was weiter?“
„Haben Sie von der Gräfin dies Geheimniß?“
„Nein,“ antwortete der Biſchof.
„Von der Marquiſe von la Tournelle?“
„Nein,“ wiederholte Monſeigneur.
„So wiſſen Sie es von der Frau Marſchallin de la Mothe Houdan?“
„Ich kann Ihnen nicht ſagen, von wem,“ machte der Geiſtliche, indem er den Kopf ſchüttelte.
„Ich hätte daran denken ſollen. Sie ſind ihr Beichtvater.“
„Glauben Sie mir, nicht in der Beichte habe ich es erfahren,“ beeilte ſich der Prälat zu ſagen.
„Ich glaube es,“ ſagte Herr Rappt,„ich zweifle nicht daran, Monſeigneur. Gut denn,“ fügte er hinzu, indem er dem Geiſtlichen ins Geſicht ſah, „es iſt die volle Wahrheit. Sie iſt allerdings furchtbar, wie Sie ſagten; aber ich geſtehe ſie mu⸗ thig. Ja, ich habe meine Tochter geheirathet, aber geiſtig, Monſeigneur, wenn Sie mir geſtatten, mich ſo auszudrücken, und nicht ſinnlich, wie Sie zu glauben ſcheinen. Ja, ich habe dieſes Verbre⸗ chen begangen, furchtbar in den Augen der Geſell⸗ ſchaft, vor dem Code. Aber Sie wiſſen, 2 Code
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Dumas, Salvator. VI.


