Teil eines Werkes 
6. Bd. (1858)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

⸗

es cht e⸗ er

u⸗ em tes be der

207

auf mir laſten zu wiſſen!“ Ein ſolcher möge ſich vor mir zeigen, wenn er den geringſten Ehrgeiz im Herzen hat, und vor einem ſolchen will ich mich demüthig beugen, zu einem ſolchen will ich, mir auf die Bruſt ſchlagend, ſagen:„Ich bin unwürdig, Dein Bruder zu ſein.“ Das Herz des Mannes gleicht den großen Flüſſen, die den Himmel an der Oberfläche widerſtrahlen, und den Schmutz ihres Bettes den Blicken verbergen. Verlangen Sie deß⸗ halb nicht die Beichte dieſes oder jenes Geheimniſ⸗ ſes von mir, Monſeigneur! Ich habe mehr Ge⸗ heimniſſe, als Jahre! Sagen Sie mir vielmehr, welches von jenen Geheimniſſen Sie erfahren ha⸗ ben und wir werden beide das Mittel ſuchen, wie dieſe Sünde vergeben werden kann.“

„Ich wünſche nichts mehr, als Ihnen angenehm zu ſein, Herr Graf,“ ſagte der Biſchof;„indeſſen, wenn Ihr Geheimniß mir anvertraut wurde und zwar unter dem Gelöbniß, es zu bewahren, wie, wollen Sie dann, daß ich meinen Schwur breche?“

„Geſchah dies in der Beichte?“ fragte Herr Rappt.

„Nein. nicht gerade,“ ſagte der Biſchof zögernd.

„Dann können Sie ſprechen,“ ſagte der künftige Deputirte trocken.„Ehrliche Leute, wie wir, müſ⸗ ſen ſich gegenſeitig unterſtützen. Ich erinnere Sie beiläufig daran,“ fuhr Graf Rappt trocken fort, „um Ihr Gewiſſen zu erleichtern, daß dies nicht Ihr erſter Eid wäre.“

„Aber, Herr Graf,“ unterbrach ihn der Bi⸗ ſchof erröthend.