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ren, um die Gefahren zu beſchwören, die daraus hervorgehen könnten. Fragen Sie ſich deßhalb.“
Der Graf betrachtete den Biſchof mit einem Blick voll Haß. Er hatte Luſt ihn mit Schmähun⸗ gen zu überhäufen; er dachte jedoch, daß es kluger gehandelt ſein würde, wenn er, nach ſeinem Beiſpiel, den Jeſuiten ſpielte; und er antwortete mit zer⸗ knirſchtem Ausdruck:
„Ach! Monſeigneur, erinnert man ſich alles deſ⸗ ſen genau, was man Böſes oder Gutes in dieſer Welt thun konnte? Ein Fehler, der uns leicht und von geringer Bedeutung erſcheinen kann, weil wir wiſſen, daß der Erfolg die Mittel rechtfertigt, kann ein ungeheurer Fehler, ein furchtbares Verbrechen in den Augen der Geſellſchaft werden. Die menſch⸗ liche Natur iſt ſo unvollkommen, wie Sie ſelbſt ſo eben ſagten; unſer Ehrgeiz iſt ſo groß! unſere Ab⸗ ſichten ſind ſo weitſichtig! unſer Loben iſt ſo kurz! wir ſind ſo ſehr daran gewöhnt, um zu unſerem Ziele zu gelangen, jeden Tag unvermutheten Dor⸗ nen auszuweichen, durch neue Uebel uns zu ſchla⸗ gen, daß wir leicht das Elend des vorhergehenden Tages vergeſſen gegenüber den Mißhelligkeiten des Augenblicks. Und dann, wer von uns trüge nicht in der Tiefe ſeines Herzens ſein gefährliches Ge⸗ heimniß, ſeine Reue, ſeine Befürchtungen? wer könnte, wenn er in unſer Alter gekommen, mit gu⸗ tem Gewiſſen ſagen:„Ich ging bis heute auf dem geraden Wege, ohne einen Tropfen meines Blutes an den Dornen des Weges zu laſſen! Ich habe meine Aufgabe glänzend vollendet, ohne dieſen oder jenen Fehler, dieſes oder jenes Verbrechen ſogar


