Teil eines Werkes 
6. Bd. (1858)
Entstehung
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neur?“ fragte Herr Rappt;„wohlverſtanden per⸗ ſönlich.“

„Ich!“ rief der Biſchof mit unſchuldiger Miene; „ich ſollte Ihnen perſönlich etwas vorzuwerfen ha⸗ ben? Sie machen mich in der That verlegen; denn ſo bald es ſich nur um mich handelt, Herr Graf, ſo habe ich nur zu loben! Ich habe es dem Könige geſagt, ich geſtehe es laut; ich ſage es jedermann, der es hören will, ich bin Ihr dankbarſter Diener.“

„Um was handelt es ſich aber denn? Da Sie, wie Sie ſagen, nur zu loben haben, woher kommt denn der Mißcredit, in welchem ich bei Ihnen ſtehe?“

„Das läßt ſich Ihnen ſehr ſchwer ſagen,“ machte der Biſchof, indem er mit verlegener Miene den Kopf ſchüttelte.

„Ich kann Ihnen vielleicht helfen, Monſeigneur.“

„Das iſt mein ſehnlichſter Wunſch, Herr Graf; Sie ahnen auch vielleicht, wie mich dünkt, um was es ſich handelt?“

„Keineswegs; ich verſichere Sie,“ verſetzte Herr Rappt;„aber indem wir beide ſuchen, werden wir vielleicht auf das Richtige kommen.“

„Ich bin ganz Ohr.“

„Es ſind in Ihnen zwei Menſchen, Monſeigneur: der Geiſtliche und der Staatsmann,“ ſagte der Graf, indem er den Biſchof feſt anſah;„welchen von beiden habe ich beleidigt?“

„Keinen von beiden,“ antwortete der Biſchof, indem er ſich ſtellte, als zögerte er.

„Ich bitte um Vergebung, Monſeigneur,“ fuhr Graf Rappt fort;„wir wollen offen ſprechen, ſagen