Teil eines Werkes 
6. Bd. (1858)
Entstehung
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„Mein lieber Rappt, können Sie daran zweifeln?“

„Ich zweifle nicht daran. Deßhalb ſpreche ich auch offen mit Ihnen. Ich muß berühmt werden. Ich will es ſein. Es iſt für mich das to be or not to be; meine ganze Zukunft beruht darauf. Der Ehrgeiz wird mir das Glück erſetzen. Aber dieſer Ehrgeiz muß befriedigt werden. Ich muß Deputir⸗ ter werden, um Miniſter zu ſein; ich will Miniſter ſein; ich muß Miniſter ſein. Nun denn, Monſeig⸗ neur Coletti hatte verſprochen, daß er durch die Herzogin von Angouldme, deren Beichtvater er iſt, den König zu dieſer Ernennung bringen werde. Hat er gethan, was er verſprochen?“

„Nein,“ ſagte die Marquiſe.

„Er hat es nicht gethan?“ rief der Graf erſtaunt.

„Und,“ ſagte die Marquiſe,„ich glaube ſogar, daß er gar nicht geneigt iſt, es zu thun.“

„Wie— wahrhaftig, der Kopf möchte mir zer⸗ ſpringen!— er weigert ſich, mich zu unterſtützen?“

„Durchaus.“

„Er hat es Ihnen geſagt?“

„.

„So! er hat alſo vergeſſen, wer ihn zum Biſchof gemacht, und daß Sie es ſind, durch die er in das Haus der Frau Herzogin von Angouldme kam?“

„Er erinnert ſich alles deſſen, aber all' das, ſagt er, werde ihn nicht gegen ſein Gewiſſen han⸗ deln laſſen.“

„Sein Gewiſſen! ſein Gewiſſen!“ murmelte der Graf Rappt.„Bei welchem Wucherer hatte er es denn verſetzt und welcher meiner Feinde hatte ihm das Geld geliehen, um es auszulöſen?“