Teil eines Werkes 
6. Bd. (1858)
Entstehung
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mit ſeinen ehrgeizigen Planen beſchäftigt, keine Zeit hat, Angelegenheiten des Herzens die geringſte Auf⸗ merkſamkeit zu ſchenken.“

Die beiden Brüder ſahen den Grafen Rappt entrüſtet an.

„Kröte und Viper!“ murmelte dieſer.

Dann ſich an die Marguiſe wendend, ſagte er

zu ihr: „Keineswegs, Madame, und Beweis vom Ge⸗ gentheil, daß ich nämlich den lebhafteſten Antheil an Ihrem Kummer nahm, mag Ihnen das ſein, daß ich mich zu Ihrer Dispoſition ſtelle, um den Urheber des Vergehens zu verfolgen.“

„Haben wir es Ihnen nicht geſagt, Herr Graf,“ machte der Abbé,„daß dieſer Menſch ein Elender ſei, der jedes Verbrechens fähig iſt?“

„Ein großer Miſſethäter!“ machte Favier.

„Sie haben es mir allerdings geſagt, meine Herren,“ verſetzte der Deputirte, indem er aufſtand und die beiden Brüder grüßte, als wollte er ſagen: „Da wir uns nunmehr verſtehen, da wir jetzt der⸗ ſelben Anſicht ſind, da keine Meinungsverſchiedenheit uns fortan trennt, ſo gehen Sie nach Hauſe und laſſen Sie mich in Ruhe.“

Die beiden Brüder verſtanden die Bewegung und

namentlich den Blick.

„Leben Sie wohl denn, Herr Graf,“ ſagte der Abbé Bouquemont mit etwas kaltem Ausdruck.„Ich bedaure, daß Sie uns nicht noch einige Augenblicke widmen konnten; wir hatten Ihnen noch einige wichtige Fragen vorzulegen.“

„Von höchſter Wichtigkeit, fügte Kavier bei.