184
„Er iſt allerdings ein Voltairianer.“
„Das heißt ſo viel als Atheiſt.“
„Er war Girondiſt.“
„Das heißt er war Königsmörder.“
„Er haßt die Geiſtlichen.“
„Und wer die Prieſter haßt, liebt auch Gott nicht, und wer Gott nicht liebt, liebt den König nicht, weil der König von Gottes Gnaden regiert.“
„Er iſt alſo entſchieden ein ſchlechter Menſch.“
„Ein ſchlechter Menſch, das heißt ſo viel, als ein Revolutionär!“ ſagte der Abbé.
„Ein Blutſauger,“ ſagte der Maler,„der nur an den Umſturz der menſchlichen Ordnung denkt.“
„Ich war davon überzeugt,“ ſagte Herr Rappt; „er hat ein zu ruhiges Ausſehen, um nicht ein ge⸗ waltthätiger Menſch zu ſein... Ich bin Ihnen für dieſe Charakteriſtik zu großem Danke verpflichtet, meine Herren.“
„Keineswegs, Herr Graf,“ ſagte Favier,„wir haben nur unſere Pflicht gethan.“
„Die Pflicht jedes guten Bürgers,“ fügte Sul⸗ pice hinzu.
„Wenn Sie, meine Herren, mir ſchriftliche und unzweifelhafte Beweiſe der Bösartigkeit dieſes Men⸗ ſchen geben können, ſo wäre es vielleicht möglich, ihn verſchwinden zu machen, ſich ſeiner auf die eine oder andere Weiſe zu entledigen; können Sie mir dieſe Beweiſe geben?“
„Nichts leichter,“ ſagte der Abbé, mit einem vipernartigen Lächeln;„wir haben glücklicher Weiſe alle Beweiſe in Händen.“
„Alle!“ verſicherte der Maler.


