e
3.
r
303
er melancholiſch den Kopf ſchüttelte,„aber das Glück macht ſo bizarre Sprünge, daß wenn man auch nichts fürchten, man ſich doch auf ſehr viel gefaßt machen muß.“
„Wahrhaftig, wenn Sie in den Zeiten des Thales gelebt, Griechenland würde ſtatt ſieben Weiſen acht gehabt haben, lieber Herr Gerard, und Sie hätten den ſchönen Vers gemacht:
Auf jedes Schickſal iſt der Weiſe vorbereitet.
Bemerken Sie wohl, ich ſage vorbereitet, nicht er⸗ geben— vorausgeſetzt, daß Sie vorbereitet ſind, ſcheinen Sie mir nicht ergeben. Ja, Sie haben Recht,“ fuhr Gibaſſier in ſeinem feierlichſten und ſentenziöſeſten Tone fort:„das Schickſal macht bi⸗ zarre Sprünge; deßhalb ſtellten es die Alten, die nicht dumm waren, bisweilen auf einer Schlange ſitzend dar, was ſo viel ſagen will, als daß es über der Klugheit ſtehe. Und dennoch würde ich an Ihrer Stelle, ich wiederhole es, wenn ich auch mei⸗ nen Geiſt frei ſchweifen ließe— ein ſo thätiger Geiſt wie der Ihre kann nicht ganz einſchlafen— wenn ich, wie geſagt, meinen Geiſt ſchweifen ließe, würde ich mich nicht zu ſehr beunruhigen. Was kann Ihnen geſchehen? Sie haben das Glück gehabt, in früher Jugend Waiſe zu ſein, weßhalb Sie nicht mehr die Aeltern zu verlieren oder durch ſie com⸗ promittirt zu werden fürchten dürfen;— Sie ſind nicht verheirathet, weßhalb Sie nicht zu fürchten brauchen, Ihre Frau zu verlieren oder durch ſie getäuſcht zu werden;— Sie ſind Millionär und ein großer Theil Ihres Vermögens beſteht in guten


