Teil eines Werkes 
2. Bd. (1856)
Entstehung
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an Leſurques! Ludwig XV., Ihr erhabener Ahn, hat geſagt, er gäbe eine von ſeinen Provinzen, wenn Calas nicht unter ſeiner Regierung hingerichtet wor⸗ den wäre; Sire, ohne es zu wiſſen, ſind Sie im Begriffe, das Beil auf den Hals eines Gerechten fallen zu laſſen; Sire, im Namen des lebendigen Gottes ſage ich Ihnen, der Schuldige wird gerettet ſein, und der Unſchuldige wird ſterben!“

„Ei! mein Herr,“ erwiedert der König bewegt, „dann ſprechen Sie! ſo ſprechen Sie doch! Kennen Sie den Schuldigen, ſo nennen Sie ihn mir, oder, ein entarteter Sohn, ſind Sie der Henker; ein Va⸗ termörder, ſind Sie es, der Ihren Vater tödtet!... Auf, ſprechen Sie, mein Herr, ſprechen Sie! das iſt nicht nur Ihr Recht, ſondern Ihre Pflicht!“

„Sire, es iſt meine Pflicht, zu ſchweigen,“ ant⸗ wortete der Abbé, dem die Thränen,— die erſten, die er vergoſſen hatte,— die Augen überflutheten.

„Iſt es ſo, Herr Abbé,“ fügte der König, der die Wirkung ſah, ohne die Urſache zu begreifen, und ſich durch das, was er als eine Halsſtarrigkeit des Mönches betrachtete, verletzt zu fühlen anfing;„iſt es ſo, dann erlauben Sie mir, mich dem Spruche der Herren Geſchworenen zu unterwerfen.“

Und er machte ein Zeichen, das dem Mönche bedeutete, die Audienz ſei beendigt.

Doch ſo gebietend auch die Geberde des Königs war, Dominique gehorchte nicht; er ſtand nur auf und ſprach mit einer ehrerbietigen, aber feſten Stimme:

„Sire, Cure Majeſtät hat ſich getäuſcht: ich ver⸗ lange nicht oder verlange nicht mehr die Begnadi⸗ gung meines Vaters.“