Teil eines Werkes 
2. Bd. (1856)
Entstehung
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Er trug nach ſeiner Gewohnheit jene Uniform, — blau mit Silber,— mit der Vernet ihn, eine Revue paſſirend, gemalt hat; er hatte auf der Bruſt das große Band und den Stern vom heiligen Geiſte, mit welcher Decoration er ein Jahr ſpäter Victor Hugo empfangen und ihm die Aufführung von Marion Delorme verweigern ſollte.— Die Verſe des Dichters über dieſe Zuſammenkunft leben noch; Marion Delorme wird immer leben. Wo biſt Du, guter König Karl X., der Du den Kopf der Väter den Kindern und die Aufführung der Stücke den Dichtern verweigerteſt?

Als er den Huiſſier vom Dienſte den Beſuch melden hörte, für welchen ihn ſeine Schwiegertochter um eine Audienz gebeten hatte, hob der König ſein gebeugtes Haupt empor.

„Der Abbé Dominique Sarranti?“ wiederholte er maſchinenmäßig;„ja, das iſt es!“

Doch ehe er antwortete, nahm er von ſeinem Schreibtiſche ein Blatt Papier, und als er es mit den Augen durchlaufen hatte, ſagte er:

„Man laſſe den Abbé Dominique eintreten.“

Der Abbé Dominique erſchien auf der Thür⸗ ſchwelle; hier blieb er, die Hände auf ſeiner Bruſt gekreuzt, ſtehen und verbeugte ſich tief.

Der König verbeugte ſich auch, nicht vor dem Menſchen, ſondern vor dem Prieſter.

„Treten Sie ein, mein Herr,“ ſagte er.⸗

Der Abbé machte ein paar Schritte vorwärts und blieb abermals ſtehen.

„Herr Abbé,“ ſprach der König,„die Schnellig⸗ keit, mit der ich Ihnen dieſe Audienz bewilligt habe,