Teil eines Werkes 
2. Bd. (1856)
Entstehung
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eng verbunden durch eine Herzensverſchwiſterung, welche dieſelben, ſie von der Kindheit an vereinigend, erſt beim Tode trennen ſollte. Für ſich allein, ſo zu ſagen, die ganze franzöſiſche Geſellſchaft repräſenti⸗ rend, hätte man ſie für die Verkörperung der Ari⸗ ſtokratie, des Adels aus dem Kaiſerreiche, des Bür⸗ gerthums und des Volkes gehalten.

Alle Vier von demſelben Alter, mit einem Unter⸗ ſchiede von ein paar Monaten, hatten ſie von den erſten Tagen ihres Eintrittes in das Penſionnat an für einander eine lebhafte Sympathie gefühlt, welche gewöhnlich in den Colléges oder den Penſionnats die Zöglinge von ſo verſchiedenen Ständen und Lebens⸗ lagen nicht hegen; unter dieſen vier Mädchen hatte der Rang, das Vermögen, der Name keine Bedeu⸗ tung: die Tochter des Capitäns Gervais hieß Car⸗ melite für Lydie, die Tochter des Trompeters Ponroy hieß Athenais für Regina. Keine Erinnerung an die Größe der Einen oder die geringen Herkunft der Andern ſtörte dieſe reine Zuneigung, welche all⸗ mälig eine innige und tiefe Freundſchaft wurde.

Der Kindeskummer, der Eine treffen mochte, fand einen Wiederhall im Herzen der drei Anderen, und wie ſie ihr Leid theilten, ſo theilten ſie auch ihre Freuden, ihre Hoffnungen, ihre Träume, kurz ihr Leben; denn iſt in dieſer Zeit das Leben etwas An⸗ deres, als ein Traum?

Es war die Verſchwiſterung in der vollen Be⸗ deutung des Wortes, die Verſchwiſterung wachſend und ſich immer enger ſchließend, nach Maßgabe der Tage, der Monate, der Jahre, und im letzten Jahre ſolche Verhältniſſe annehmend, daß ihre Quadrupel⸗