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ſich als wahre Coquette, was ſie ſchon war, die Ein⸗ zelheiten der Soirée am vorhergehenden Abend er⸗ zählen.
In dem Augenblicke, wo Regina dem Kinde die Ohnmacht von Carmelite erzählte, welche Ohnmacht ſie durch die erſtickende Hitze, die in den Salons herrſchte, zu erklären ſuchte, trat Carmelite ein, und das Kind warf ſich ihr um den Hals, küßte ſie zärt⸗ lich und fragte, wie ſie ſich befinde.
Regina hatte zwei Gründe gehabt, um zu Car⸗ melite zu ſchicken: einmal wollte ſie Kunde über ihre Geſundheit haben; und dann, wenn Carmelite käme, um ſie ſelbſt zu geben, gedachte ſie ihr zu ſagen, es ſei am Abend große Féte im Miniſterium der auswärtigen Angelegenheiten, und ihr einen Einla⸗ dungsbrief zuzuſtellen: das Mädchen könnte, nach ihrem Belieben, auf dieſen Ball als Eingeladene oder als Künſtlerin gehen, ſingen oder nicht ſingen.
Carmelite nahm die Einladung im Namen der Künſtlerin an; ſie hatte am Tage vorher eine ſo harte, zu gleicher Zeit aber ſo heilſame Prüfung durchgemacht, daß ſie fortan nichts mehr zu fürchten brauchte. Kein Publikum, ſelbſt das eines Miniſte⸗ riums, war zu fürchten, ſo fremd es der Kunſt ſein mochte; kein Menſch konnte mehr diejenige erſchrecken, welche vor dem unheilvollen Geſpenſte, das ihr er⸗ ſchienen war, geſungen hatte.
Es wurde alſo verabredet, Carmelite ſollte auf dieſen Ball als Künſtlerin gehen,— von Regina vorgeſtellt und patroniſirt.
Man war ſo weit, als Frau von Marande eintrat.


