Teil eines Werkes 
2. Bd. (1856)
Entstehung
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milien mögen, Ihnen wie Gott ſelbſt vertrauend, ſich unter Ihren Schutz ſtellen, und die Angeklagten, welche das Gefühl ihrer Unſchuld haben, mögen in Ihre Hände ihr Leben mit voller Sicherheit legen und Sie, ohne zu zittern, als Richter annehmen.“

Dieſes ſcharfe, präciſe, kurze Reſumé, das vom erſten bis zum letzten Worte das Gepräge der ge⸗ wiſſenhafteſten Unparteilichkeit an ſich trug, wurde beſtändig mit der religiöſeſten Stille angehört.

Kaum hatte der Präſident zu ſprechen aufgehört, als ſich das ganze Auditorium aus innerem Antriebe wie ein einziger Menſch erhob und die lebhafteſten Zeichen von Billigung von ſich gab, in die ſich der laute Beifall der Advocaten miſchte.

Herr Gérard hatte den Präſidenten, die Bläſſe der Angſt auf der Stirne, angehört: er fühlte, daß in der Seele des gerechten Mannes, der geſprochen hatte, nicht die Anklage, ſondern der Zweifel war.

Es war beinahe vier Uhr, als ſich die Jury in den Berathungsſaal zurückzog.

Man führte den Angeklagten weg, und,— un⸗ erhörtes Factum in den gerichtlichen Annalen!— nicht eine von den ſeit dem Morgen anweſenden Per⸗ ſonen dachte daran, ihren Platz zu verlaſſen, welche Zeit auch die Berathſchlagung ſich verlängern ſollte.

Es war alſo von dieſem Augenblicke an im Saale ein ungeheures, äußerſt belebtes Geſpräch, das ſich über die verſchiedenen Umſtände der Debatten ent⸗ wickelte, während ſich zugleich eine entſetzliche Bangig⸗ keit aller Herzen bemächtigte.

Herr Gérard hatte gefragt, ob er ſich entfernen könne. Seine Kraft reichte aus, um die Todesſtrafe