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Verurtheilung, in Folge eines wohl erwieſenen Ver⸗ brechens, ſich zu entleiben verſucht hat; der Arzt kommt und findet den Verwundeten faſt im Zuſtande einer Leiche; er braucht die Wunde nur machen zu laſſen: ſie wird ganz ſachte und von ſelbſt den Men⸗ ſchen zum Tode führen. Der Arzt glaubt eine völlig entgegengeſetzte Miſſion empfangen zu haben; der Arzt iſt der Kämpfer für das Leben, der Gegner des Todes.
Ueberall, wo er das Leben trifft, unterſtützt er es, überall, wo er den Tod trifft, bekämpft er ihn.
Er kommt in dem Augenblicke an, wo das Leben des Mörders oder wenigſtens des Verurtheilten ver⸗ ſcheidet, wo der Tod die Hand ausſtreckt, um ſich des Verurtheilten oder des Mörders zu bemächtigen; wer auch der Sterbende ſein mag, der Arzt iſt ſein Se⸗ cundant, er wirft den Handſchuh der Wiſſenſchaft dem Tode hin und ſpricht:„Nun iſt es an uns Beiden!“
Von dieſem Augenblicke an beginnt der Kampf zwiſchen dem Arzte und dem Tode. Schritt für Schritt weicht der Tod vor dem Arzte zurück. Der Tod tritt am Ende aus dem Kreiſe hinaus, der Arzt bleibt Herr des Schlachtfeldes; der Verurtheilte, der ſich entleiben wollte, der Mörder, der eine Wunde bekommen hat, ſind gerettet; ja, doch gerettet, um den Händen der menſchlichen Gerechtigkeit übergeben zu werden, die an ihnen ihr Zerſtörungswerk übt, wie der Arzt ſein Rettungswerk geübt hat.
So iſt es mit dem Advocaten, wird man ſagen: man gibt ihm einen Schuldigen, das heißt einen ſchwer verwundeten Menſchen; er macht daraus einen


