Teil eines Werkes 
19.-25. Bdchn (1856)
Entstehung
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Warum ſagen Sie uns denn, wir ſollen nichts thun?

Weil ein Unterſchied zwiſchen den Aufſtänden iſt.

Allerdings, erwiederte Ludovic, der den Sinn der Worte von Salvator begriff;es gibt die Aufſtände, welche man macht, und die Aufſtände, die man machen läßt.

Mit anderen Worten: es gibt Aufſtände ohne Auf⸗ rührer, fügte Jean Robert bei.

Teufel! ſprach Petrus,das ſind die gefähr⸗ lichſten, wie ich immer meinen Oheim ſagen hörte.

Und Ihr theurer Oheim iſt ein Mann von Ver⸗ ſtand, Herr Petrus, bemerkte Salvator.

Sodann ſich an Juſtin wendend:

Halten Sie ſich ruhig, mein lieber Juſtin, und ruft man gleichviel was beim Ausgange aus der Kirche, entweder:Es lebe die Preßfreiheit! oder:Nie⸗ der mit den Miniſtern! oder irgend etwas Anderes, ſo laſſen Sie rufen; gibt man ſich einige Kläppſe, ſo laſſen Sie klappſen; bedroht man Sie, ſo leiſten Sie kei⸗ nen Widerſtand; mit einem Worte, wohnen ſie dem ich weiß nicht was, das in Erfüllung gehen wird, und das ich in der Luft fühle, mit der Kaltblütigkeit eines Tauben, mit der Ruhe eines Stummen und der Un⸗ empfindlichkeit eines Blinden bei.

Gut, ſagte Juſtin ſeufzend und wie ein Menſch, der mit Bedauern eine erſte Gelegenheit, ſeine Proben abzulegen, ſich entſchlüpfen ſieht.

Salvator begriff die Bewegung des jungen Schul⸗ meiſters und ſprach in Form eines Troſtes zu ihm:

Ein wenig Geduld, mein lieber Freund, es wird ſich in Kurzem eine günſtigere Gelegenheit bieten. Stecken Sie alſo bis dahin Ihren guten Willen wieder in die Scheide, und vor der Hand das tiefſte Stillſchweigen! Wir haben ſchon zu viel geſagt: ſehen Sie die Galgen⸗ geſichter, die uns umgeben.

Es gingen in der That in allen Richtungen, in der Nähe der jungen Leute, wie fern von ihnen, lang⸗ ſam und mit Salbung, frommen Beiwohnenden ähn⸗ lich, welche die allgemeine Sammlung des Gemüths

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