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durch das Geräuſch ihrer Tritte zu ſtören befürchten, in zahlloſer Menge Menſchen umher, die keine Toilette vor geübten Augen verbirgt, Menſchen, welche immer, wenn ſie ſich unter die gute Geſellſchaft begeben, die Wirkung hervorbringen, die in einem Drama oder in einem Vaudeville, ſich unter die Schauſpieler miſchend, die Comparſen machen, welche die zu einer Hochzeit oder zu einem Mahle Eingeladenen darſtellen.
Unter dieſen Menſchen, wie ein Mittelpunkt, an den ſich die Blicke aller dieſer ſeltſamen Gäſte anſchloßen,
gingen zwei Individuen, welche wiederzufinden unſeren 3
Leſern vielleicht nicht unangenehm ſein wird.
Der Eine, bekleidet mit einer langen blauen Levite, trug das Band eines Ritters der Ehrenlegion, ſtützte ſich auf ein ſpaniſches Rohr wie ein Menſch, den eine alte Wunde nöthigt, jenes dritte Bein zu ſuchen, von dem der Sphinx von Oedipus ſpricht, und ſchien ein ehemaliger Militär zu ſeinz der Andere, der mit einem braunen Ueberrocke bekleidet war, hatte das ehrliche Ausſehen eines Kaufmanns, welcher ſich aus den Ge⸗ ſchäften zurückgezogen.
Sprachen ſie mit einander, ſo gaben ſie ſich ſtatt jeder andern Benennung den Titel Nachbar.
Dieſe zwei Individuen mit gemüthlicher Miene waren Niemand Anderes als unſere alten Bekannten Gibaſſier und Carmagnole.
Wie fanden ſich nun Carmagnole, der mit Herrn Jackal nach Wien abgereiſt, und Gibaſſier, der allein nach Kehl abgereiſt war, in der Himmelfahrts⸗Kirche vereinigt, bereit, das Loſungswort einem ganzen Heere von Agenten, das Salvator beunruhigte, zu geben?
Das werden unſere Leſer erfahren, wenn wir ihnen das Verlangen, die Folge dieſer Geſchichte zu kennen, eingeflößt haben. S
Ende der erſten Abtheilung*).
*) Die zweite Abtheilung wird unmittelbar im Belletr. Auslande unter dem Titel: Salvator, erſcheinen.


