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das ſanfte Geſicht von Hyacinth, wie die blonden Haare des bretaniſchen Märthrers das milde Geſicht von Co⸗ lombau umrahmten. Beide hatten ihr Leben lang, un⸗ ter den Fallſtricken der Welt, dieſelbe Urunſchuld und dieſelbe Keuſchheit des Leibes und der Seele bewahrt; Beide hatten, demüthig, mildherzig, einfach und ſtark, denſelben Haß gegen das Böſe, dieſelbe glühende Liebe für das Gute, dasſelbe brüderliche Gemüth für alle Menſchen.
Allmälig und je länger er das Bild anſchaute, dünkte ihm dieſe Aehnlichkeit mit Colombau ſo wahr und zugleich ſo außerordentlich, daß er in einer der re⸗ ligiöſen Exſtaſen, denen er unterworfen war, das Wort an das Portrait richtend ſprach:
„Sei glücklich! ja, guter, edler, junger Mann, und bete da oben für Deinen Vater, für Deinen Bru⸗ der und für Deine Schweſter, wie hienieden Deine Schweſter, Dein Bruder und Dein Vater für Dich beten!“
Hienach ſchritt er auf das Portrait zu, machte es von der Wand los, trüg es in ſeinen Händen ans Fenſter und ſchaute es ſo beleuchtet mit einem Ausdrucke an, bei welchem ſchwer zu erkennen war, ob mehr Zärtlichkeit für den Freund oder mehr Religion für den Heiligen darin lag.
„Ja, Du biſt es, edles, theures Geſchöpf,“ ſagte er,„und Deine Tugend muß auf die Stirne der Men⸗ ſchen als unvertilgbares Siegel gedrückt ſein, daß ich in einer Entfernung von acht Jahrhunderten, und ohne daß der Maler den Einen oder den Andern von Euch kennen konnte, auf der Stirne des Heiligen das Tu⸗ gendmahl wiederfinde, das Gott auf die Stirne meines Freundes geſetzt hatte.“
Dann murmelte ex raſch, als würde er plötzlich von einem Gedanken erleuchtet:
„O Carmelite!“
Und nach einem Augenblicke der Ueberlegung ſagte er:


