Teil eines Werkes 
19.-25. Bdchn (1856)
Entstehung
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Ein Geſchenk.

Ein Geſchenk, mir? fragte Carmelite erſtaunt.

Ein Geſchenk, das Dir der Graf von Penhoél macht, eine koſtbare Gabe. ein Schatz!

Und ſie lächelte mit ihrem Engelslächeln zwiſchen jedem Worte.

Fragola, ich bitte inſtändig, ſagte lebhaft, faſt ungeduldig Carmelite,gib mir das, was Du mir zu übergeben haſt.

Erlaube mir, Dich wie ein Kind zu behandeln, Carmelite.

Carmelite ließ ihren Kopf auf ihre Bruſt ſinken.

Mache, was Du willſt, ſagte ſie,nur befürchte, mich über meine Kraft zu reizen.

Du biſt nun niedergeſchlagen, Du biſt nahe dar⸗ an, ruhig zu ſein; von da bis zur Kaltblütigkeit iſt es nur ein Schritt. Habe den Willen, und Du wirſt ſtark ſein.

Sieh! ſagte Carmelite.

Und ſie lächelte Fragola zu.

Willſt Du noch etwas Beſſeres? fuhr ſie fort; denn Du haſt Recht, immer Recht! Ich will, ſo lange es Dir beliebt, meinen Kopf auf Deine Bruſt legen, und erſt in einer Viertelſtunde wirſt Du mir das Ge⸗ ſchenk des Grafen von Penhoél geben...

Sie machte eine Anſtrengung, lächelte und fügte bei:

Des Vaters von Colombau.

Ah! erwiederte Fragola, ebenfalls lächelnd,Du biſt eine Heldin, und ich werde Dich nicht warten laſſen.

Sie ſtand auf, und Carmelite war es nun, die ſie zurückhielt.

Fragola, meine edle, meine fromme Fragola, ſprach ſie,wer hat Dich, beſſer als die berühmteſten Aerzte, dieſe Wiſſenſchaft des Herzens gelehrt, mit der Du meine Wunden heilſt? Ah! das Leben wird mir ſanft dünken, ſo lange ich Dich bei der Hand halte.

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