Teil eines Werkes 
19.-25. Bdchn (1856)
Entstehung
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langen Cauſeuſe ausgeſtreckt und betrachtete mit Augen, in denen ſich eine unbeſchreibliche Schwermuth malte, eine junge Frau, welche bei ihr auf einem ziemlich hohen Polſter ſaß und ihr vollends eine düſtere Ge⸗ ſchichte erzählte.

Dieſe junge Frau war Fragola.

Man erinnert ſich, daß das reizende Kind Salva⸗ tor um die Erlaubniß gebeten hatte, nichts für Carme⸗ lite geheim halten zu dürfen, und daß Salvator dieſe Erlaubniß gegeben hatte.

Mit dem Verſtande des Herzens, der ſich faſt bis zum Genie erhebt, ſagte Fragola ſich ſelbſt:

Carmelite wird vielleicht im Körper geneſen, doch ſie wird ſicherlich nie in der Seele geneſen. Es ſoll eine neue Wiſſenſchaft geben, die man Homöopathie nennt; dieſe Wiſſenſchaft iſt die Kunſt, durch ähnliche Leiden zu curiren. Nun wohl, erzähle ich Carmelite eine Geſchichte, welche noch trauriger als die ihrige, ſo iſt es möglich, daß Carmelite, dieſes Goid⸗ herz, dieſe Engelsſeele, ſie, die fähig iſt, Alles zu be⸗ greifen und zu fühlen, aufhört, Thränen zu ver⸗ gießen, wenn ich ihr ſage:Meine Schweſter, es iſt genug geweint; meine Schweſter, es iſt genug gelitten. Vergießeſt Du alle Deine Thränen, über Deine eigenen Uebel, was wird Dir für die Schmerzen der Anderen bleiben? Glaubſt Du denn, Du ſeiſt die einzige Troſt⸗ loſe auf Erden geweſen? Weißt Du nicht, daß es ſo tiefes Elend gibt, daß Dein Auge ſich, dem Schwindel preisgegeben, bevor es ſondirt hätteſt, ſchließen würde? Und ich, die ich mit Dir rede, habe Geſichter gekannt, welche die Thränen ausgehöhlt haben, wie die Waldbäche Schluchten aushöhlen. Doch ich kenne auch muthige Seelen in ſchwachen Körpern, welche, ſtatt zu weinen, die Thränen der Andern getrocknet haben; welche, ſtatt zu ſterben, gekämpft haben!

Und da hatte die arme mit achtzehn Jahren ſo hart geprüfte Fragola Carmelite ihr eigenes Leben erzählt,

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