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Alsdann näherte er ſich dem Abbé und zugleich der Lampe.
Der Abbé reichte ihm die Hand.
„Dank! Dank, daß Sie der armen Frau vergeben ha⸗ ben. Ihre Vergebung iſt das Leben der Unglücklichen!“
„Mein Vater,“ erwiederte der Greis,„es iſt damit nicht genug, daß ich ihr vergebe, und ich denke mit Schrecken an ihre Verzweiflung, daß ſie ihn überlebt hat. Ich beklage ſie von ganzer Seele, und ich gelobe, ſo oft ich für ihn bete, zugleich auch für ſie zu beten. Als Unterpfand der Erinnerung an die Frau, die mein Sohn gewählt hatte, gebe ich ihr endlich den einzigen Schatz, der mir in dieſer Welt bleibt: das iſt die blonde Haarlocke, welche ſeine Mutter am Tage ſeiner Geburt von ſeinem Kopfe geſchnitten hat.“
Bei dieſen Worten öffnete er das Papier, nahm eine Feder und ſchrieb auf das Papier folgende paar Worte:
„Vergebung und Segen der Frau, die mein Co⸗ lombau geliebt hat.“
Und er unterzeichnete:
„Graf von Penhosl.“
Dann hob er die Haarlocke zu ſeinen Lippen em⸗ vor, küßte ſie lang und zärtlich, und reichte das Papier dem Mönche.
Dominique weinte und verſuchte es nicht einmal, ſeine Thränen zu verbergen; denn es waren nicht mehr Thränen des Schmerzes, es waren Thränen der Be⸗ wunderung, die er vergoß.
Er bewunderte die Größe dieſes Vaters, der ſich ſeiner koſtbarſten Reliquie zu Gunſten der Frau be⸗ raubte, die den Tod ſeines Sohnes verurſacht hatte.
Und am andern Morgen,— nachdem ſie bei Son⸗ nenaufgang dem Grabe von Colombau einen Beſuch gemacht hatten,— umarmten ſich die zwei Freunde und ſagten ſich auf Wiederſehen, ohne zu wiſſen, es ſollten ſo entſetzliche Ereigniſſe zwiſchen ihnen vorgehen, daß ſie ſich nur im Himmel wiederſehen würden.


