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den Thiere die Stirne vieten. Iſt die Seele frei, ſo iſt der Koͤrper zartfuͤhlend und fuͤr den Schmerz empfindlich.
Und, als ſollte das Beiſpiel neben die Lehre ge⸗ ſetzt werden, fing einer der kälteſten Winde, welche je aus dem Marmorrachen des Weſten hervorgekommen ſind, an zu wehen und ſchien, den Grafen und Dominique überfallend, die Worte im Munde des Grafen und die Thränen in den Augen des Mönches in Eis verwan⸗ deln zu wollen.
Der junge Mann fühlte einen Schauer ſeinen gan⸗ zen Leib durchziehen und forderte den Grafen auf, ins Schloß zurückzukehren.
Er aber ſchien mit Shakeſpeare den Beweis geben zu wollen, daß bei den großen Leiden der Seele der Körper für den Schmerz unempfindlich iſt; er blieb un⸗ beweglich ſitzen und fuhr in ſeiner Leſung mit ſonorer Stimme fort.
So auf der Küſte des Meeres ſitzend, das anſchwoll und brüllend ſich zu ſeinen Füßen brach, glich der alte Graf wahrhaft dem Rieſen der Schmerzen, den man den König Lear nennt.— Seine flatternden Haare, deren ſilberne Locken der Wind aufhob, vervollſtändig⸗ ten die Aehnlichkeit; nur beweinte der Eine den Undank ſeiner Töchter, der Andere den Tod ſeines Sohnes.
Es iſt an den Vätern, zu ſagen, ob es nicht beſſer iſt, ein todtes Kind zu beweinen, als ein undankbares Kind.
Der Graf war zu den ſchmerzlichen Klagen und zu dem düſtern Anathem gekommen, das der engliſche Aeſchylos dem Vater von Goneril, von Regan und von Cordelia auf die Lippen legt.
Wehet, Winde, entfeſſelt euch! Stuͤrme, entfaltet eure ganze Wuth! Katarakte, Orkane, Gewitter gießt eure Stroͤme auf die Erde, begrabet unter eurem Gewäſſer die Spitze unſerer Thürme! ſchwefelige Blitze, ſchnell wie der Gedanke, verſenget meine weißen Haare! unverſohnlicher


