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ſter deutete an, ehe er Dominique aufgeſucht, habe der Graf ſchon dieſes Grab begrüßt.
Beide ſetzten ſich auf den Felſen, wo Dominique das Waſſer geſchöpft hatte, um den Sarg zu beſprengen.
Es herrſchte einen Augenblick ein tiefes Stillſchwei⸗ gen.
„Alſo,“ fragte der Graf, wie wenn er ein angefan⸗ genes Geſpräch wiederaufnehmen würde,„Sie glauben feſt an ein anderes Leben?“
Der Mönch brach einen Zweig von einer verkrüp⸗ pelten Eiche ab, riß eine Knoſpe davon los, welche völlig todt zu ſein ſchien, und zeigte dem Grafen im Herzen der Knoſpe den Keim der zukünftigen Knoſpe.
„Ja, ich begreife,“ ſagte der Graf,„ſelbſt der Tod hat ſeinen Lebenskeim; hier zeigen Sie mir aber nur den jährlichen Tod, das heißt den Schlaf. Der Baum, der dreihundert Jahre lebt, hat ſeine letzte Stunde wie der Menſch; der Winter iſt nicht der Tod der Natur, es iſt ihr Schlaf.“
„Der Baum vegetirt aber, und lebt nicht,“ erwie⸗ derte Dominigue.„Er ſpricht nicht, er denkt nicht, er hat keine Seele.“
Der Graf antwortete nicht.
Im Zimmer von Colombau hatte ſich ſeine Hand auf ein Buch gelegt, und aus Zerſtreuung oder abſicht⸗ lich, hatte er es mitgenommen.
Es war ein Band des großen Philoſophen, den man Shake ſpeare nennt.
Er war auf folgende Stelle von König Lear ge⸗ rathen, und ohne Zweifel fand er darin mit den Traurigkeiten ſeines Herzens ſchmerzliche, obgleich un⸗ beſtimmte, entfernte Aehnlichkeiten.
Derjenige, deſſen Seele einem großen Schmerze preis⸗ gegeben iſt, iſt beinahe unempfindlich fuͤr eine leichte Pein. Es verfolge Dich ein wildes Thier, und Du wirſt fliehen; ſtoßt aber Deine Flucht vor ſich auf das Hinderniß eines bruͤllenden Meeres, ſo wirſt Du umkehren und dem wil⸗


