Teil eines Werkes 
19.-25. Bdchn (1856)
Entstehung
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Saal, ließ von Harveh beide Flügel der Thüre öffnen, die ſich der gegenüber fand, durch welche er eingetreten war, und lud alle Anweſende, vom Pächter bis zum Ziegenhirten, ein, in den Speiſeſaal zu gehen.

Auf Geſtellen lagen hier ungeheure eichene Bretter, welche einen Tiſch bildeten und ein homeriſches Mahl trugen. Es war an dem Tiſche weder ein oberes, noch ein unteres Ende. Man fühlte, daß die Gleichheit des Todes darüber hingegangen.

Der alte Graf ſetzte ſich mitten an den Tiſch und bedeutete dem Abbé Dominique durch einen Wink, er möge ſich ihm gegenüber ſetzen.

Die Relteſten ſtellten ſich an ſeine Rechte und an ſeine Linke, und je nach dem Alter nahm jeder ſeinen Platz, blieb aber ſtehen.

Der Abbé Dominique ſprach unter dem tiefſten Stillſchweigen das Benedicite, das im Chore von allen Anweſenden wiederholt wurde.

Dann ſagte der Graf von Penhoél mit einer an⸗ tiken Einfachheit:

Meine Freunde, nehmet Platz bei dieſem Mahle zu Ehren des Vicomte von Penhoöl, mit demſelben Geſichte, als ob er es wäre, der es Euch anböte.

Hienach reichte er ſein Glas Hervey, der es füllte, hob es über den Kopf von Allen empor, und ſprach:

Ich trinke auf die Ruhe der Seele des Vicomte Colombau von Penhoél!

Und Alle wiederholten:

Wir trinken auf die Ruhe der Seele des Vicomte Colombau von Penhoél!

Und das Mahl begann.

Für Jeden, der dieſen alterthümlichen Gebrauch, welcher ſich nicht nur in der Bretagne, ſondern auch in einigen anderen Provinzen Frankreichs*) erhalten hat, nicht kennt, iſt das Leichenmahl eine der rührendſten

*) Auch in Deutſchland⸗ D. Ueberſ.

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