Teil eines Werkes 
19.-25. Bdchn (1856)
Entstehung
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Petrus wählte eine Locke, nahm ſie zwiſchen die zwei Blätter der Scheere, ſchloß die Augen und ſchnitt die Locke ab.

Doch beim Knirſchen der Haare unter dem Eiſen ſtieg Petrus das Blut ins Geſicht, und der junge Mann glaubte, er werde ohnmächtig werden.

Die Locke war abgeſchnitten.

Regina ſtand wieder auf.

„Geben Sie!“ ſagte ſie.

Der junge Mann reichte ihr die Haare, nachdem er ſie zuvor glühend geküßt hatte.

Regina hielt ſie an die von Petrus, welche ſie von ihrem Finger abrollte; dann flocht ſie dieſelben zuſam⸗ men wie Seidenfäden, und machte eine Flechte daraus, welche ſie an beiden Extremitäten verknüpfte. Hienach reichte ſie eines von den Enden dem jungen Manne, zog das andere an ſich, nahm die Mitte der Flechte zwiſchen die Scheere und durchſchnitt ſie.

„So ſei der Faden unſeres Lebens für immer ver⸗ mengt und zuſammen abgeſchnitten,“ ſprach ſie.

Und zum letzten Male dem jungen Manne ihre weiße Stirne darbietend, klingelte ſie der armen alten Nanon, welche im Vorzimmer wartete.

„Führe den Herrn durch die kleine Gartenthüre zurück,“ ſagte ſie zu der Alten.

Petrus ſchaute ſie zum letzten Male mit Augen an, in welche ſeine ganze Seele überging, und folgte Nanon.