Teil eines Werkes 
19.-25. Bdchn (1856)
Entstehung
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Regina ſtand auf, winkte aber zugleich Petrus, an dem Platze zu bleiben, wo er war.

Sie ging an ein ganz mit Perlmutter, Schildpatt und Silber eingelegtes kleines italieniſches Stippo, nahm eine goldene Scheere daraus, ließ den jungen S auf das Tabouret knieen, wo er ſaß, und ſprach

u ihm: „Neigen Sie das Haupt, mein ſchöner Van Dyk.“

Petrus gehorchte.

Regina legte ſachte die Lippen auf die Stirne des jungen Mannes; dann wählte ſie aus dem Walde von blonden Haaren eine Locke, ſchnitt ſie bei der Wurzel ab, rollte ſie um ihren Finger und ſagte zu dem jungen Manne:

„Stehen Sie nun auf.“

Petrus ſtand auf.

„Nun iſt die Reihe an Ihnen!“ fügte ſie bei, in⸗ dem ſie ihm die Scheere reichte und ſelbſt niederkniete.

Petrus nahm die Scheere und ſprach mit einer zitternden Stimme:

„Neigen Sie das Haupt, Regina.“

Die junge Frau gehorchte.

In Allem das Beiſpiel befolgend, das man ihm gegeben hatte, legte Petrus ſeine bebenden Lippen auf die Stirne der jungen Frau, und mit ſeinen Händen, ſtatt mit der Scheere, in die Haare von Regina ein⸗ dringend, ſagte er:

„Oh! welchen Engel der Liebe und der Reinheit, machen Sie, Regina!“

„Nun?“ fragte dieſe.

„Oh! ich wage es nicht...

„Schneiden Sie, Petrus.“

„Nein! nein! mir ſcheint, ich begehe eine Ruch⸗ loſigkeit; jedes von dieſen ſchönen Haaren hat ſein Le⸗ ben von Ihnen, und von Ihnen getrennt wird es mir ſeinen Tod vorwerfen.“

„Schneiden Sie,“ wiederholte Regina,„ich will es!“