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genblicke ſehen. Allein in der Nacht, bei mir oder bei Ihnen, weiß ich nicht, ob Sie Ihrer ſicher wären, Petrus; ich weiß nicht, ob Sie entſchloſſen die gegebe⸗ nen Verſprechen halten würdenz ich aber, die Schwä⸗ chere von Beiden, ich, das Weib, ich ſage Ihnen: Ich liebe Sie ſo ſehr, mein Freund, daß ich Ihnen nichts zu verweigern vermöchte. Es iſt alſo wichtig, daß wir meine eigene Schwäche bekämpfen. Der Betrug, der dem großen Haufen der Herzen anſteht, der vielleicht durch die Seltſamkeit der umſtände, in denen wir uns befinden, geſtattete Betrug iſt uns unterſagt. Ich habe von dieſem Menſchen das Recht, Sie zu lieben, in An⸗ ſpruch genommen, aber nicht das, Ihre Geliebte zu ſein, und die erſte Bedingung unſerer Liebe, das, was ſie tief und ewig machen wird, iſt, daß wir nie vor ein⸗ ander darüber zu erröthen haben. Wir müſſen alſo, ich wiederhole es Ihnen, mein geliebter Petrus, auf⸗ hören, uns zu ſehen, wie wir uns in dieſem Augenblicke ſehen. Glauben Sie mir, mein ganzes Weſen ſchauert und ſeufzt, indem ich dieſe Worte ausſpreche; doch unſer zukünftiges Glück liegt in dem harten Zwange, den uns das Unglück des Augenblicks auferlegt. Wir wer⸗ den uns in der Geſellſchaft begegnen, Petrus; wir wer⸗ den uns auf der Promenade, in den Concerten, in den Theatern ſehen; Sie werden erfahren, wohin ich immer gehen mag; Briefe von mir werden Ihnen meine ge⸗ ringſten vollbrachten Handlungen, meine unbedeutendſten Projecte für die Zukunft erzählen; ſodann, nach Hauſe zurückgekehrt, werden wir Gott bitten, er möge an un⸗ ſerer Befreiung arbeiten.“
Wie es während der Erzählung von Francesca von Remini Paolo iſt, der weint, ſo war es der junge Mann, welcher diesmal weinte, während Regina ſprach. Dieſe ſchien den Schatz ihrer Thränen erſchöpft zu haben.
Es war zwei Uhr des Morgens; die Pendeluhr that zwei Schläge: das hieß zweimal den jungen Leu⸗ ten wiederholen, es ſei Zeit, ſich zu trennen.


