Teil eines Werkes 
19.-25. Bdchn (1856)
Entstehung
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56 „Ich gehe nie ohne meine Vögel, Herr Jackal*).“

Und man hörte das Geräuſch eines Schloſſes, das man aufhakte; doch die Thüre ſchien ihren Widerſtand zu verdoppeln.

„Nun?“ fragte Herr Jackal.

„Warten Sie, ich habe es,“ erwiederte Carmagnole. „Es ſind zuerſt zwei Riegel da.

Er zog die zwei Riegel.

„Sodann eine Stange.. Ab! Teufel, die Stange wird durch ein Vorlegſchloß gehalten..“

„Haſt Du eine Feile?“

„Nein.“

„Ich will Dir eine unter der Thüre durch zu⸗ ſchieben.“

Herr Jackal ſchob in der That unter der Thüre ſo fein und dünn wie ein Blatt Papier durch. Man hörte eine Minute lang das Geräuſch des Stahles, der in das Eiſen einbiß.

Dann rief Carmagnole:

„Es iſt geſchehen!“

Und die Stange fiel ſchwer auf die Platte.

Zu gleicher Zeit öffnete ſich die Thüre.

„Ah!“ ſagte Carmagnole, auf die Seite tretend, um ſeinem Patron Durchgang zu gewähren,„alle Teu⸗ fel! wir ſind nicht ganz ohne Mühe zum Ziele gelangt.“

Beim Scheine des Wachsſtockes von Carmagnole und der zwei Fackeln warf Herr Jackal einen raſchen Blick in das Innere der Stuben ſie war leer; nur lag in der Mitte eine formloſe Maſſe ohne Bewegung.

Der Polizeimann machte mit dem Kopfe eine Ge⸗ berde, welche bedeutete:„Ich ſagte es wohl!“

„Ah! ja,“ rief Carmagnole,„Sie ſehen.

„Ja.. Er iſt es, nicht wahr?“

„Ich habe ihn an ſeinem Schrei erkannt, und das

*) Le rossignol heißt zugleich die Nachtigall und der Dietrich.

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