Teil eines Werkes 
19.-25. Bdchn (1856)
Entstehung
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Einen Augenblick glaubte Herr Jackal, dieſe Thüre ſei keine Thüre, und ein Künſtler vom größten Talente habe ganz einfach, in einem Momente der Laune, eine eichene Thüre an die Wand gemalt.

„Zündet alle Fackeln an!“ ſagte er.

Man ſteckte alle Fackeln an; es war wirklich eine Thüre. Ein Anderer würde Ausrufungen von ſich gegeben, oder eine Grimaſſe des Aergers gemacht, oder wenigſtens ſich an der Naſe gekratzt haben: doch die dünnen Lippen von Herrn Jackal rührten ſich nicht; ſein fahles Auge änderte den Ausdruck nicht; ſein Geſicht affectirte im Gegentheile eine fromme Ruhe. Er gab Schlüſſel und Dietriche Brin⸗d'Acier zurück, zog aus der rechten Taſche ſeiner Weſte ſeine Tabaksdoſe, nahm eine Priſe Tabak, die er zwiſchen ſeinem Daumen und ſeinem Zeigefinger zu ſieben und zu verfeinern ſchien, führte ſie an ſeine Naſe und ſchlürfte ſie mit Wolluſt.

Er wurde mitten in dieſer Beſchäftigung durch einen Schrei unterbrochen, den man im Dache des Hauſes auszuſtoßen ſchien, und durch ein ſeltſames Ge⸗ räuſch, das jenſeits der Thüre ertönte: man hätte glau⸗ ben ſollen, es ſei das Geräuſch des Sturzes eines vom fünften Stolde fallenden Körpers und das eines auf einer Platte zerſpringenden Schädels.. Dann nichts mehr! kein bemerkbarer Ton; eine erſchreckliche Stille, die Stille des Todes!

„Teufel!“ murmelte Herr Jackal, der diesmal eine Grimaſſe machte, welche zu analyſiren unmöglich gewe⸗ ſen wäre, ſo complicirt, das heißt gemiſcht von Aerger, Mitleid, Ekel und Verwunderung war ſiez„Teufel!

Teufel!“ wiederholte er in zwei bis drei verſchiedenen Tonarten.„ „Was gibt es denn?“ fragte erbleichend der em⸗

pfindfame Longue⸗Avvine, der das Geſicht des Patrons

ſtudirte, jedoch ohne es begreifen zu können.

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