Teil eines Werkes 
13.-18. Bdchn (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

390

Da ich nun dachte, es ſei die Stunde gekommen, der verderblichen Gefräßigkeit von Fafiou eine Falle zu ſtellen, ſo überlegte ich mir, auf welche Art dieſe Falle geſtellt werden ſollte. Sie begreifen wohl, man hat nicht den weißen Wein mit den ausgezeichnetſten Diplomaten des Continents getrunken, ohne einen Refler von ihrem ſchlauen Scharfſinn und von ihrer wunder⸗ baren Einbildungskraft bewahrt zu haben. Eine fremde Prinzeſſin, der ich das Leben bei einer Krank⸗ heit, wo ſie von allen Aerzten aufgegeben worden war, zu retten das Glück hatte, ſchickte mir am Ende des vorigen Herbſtes zwei Töpfe mit eingemachten Birnen, Confituren, für welche ich ihr in einem vertraulichen Augenblicke meine Schwäche geſtanden hatte; doch ſo⸗ gleich mich erinnernd, daß genannter Fafiou, der für alle Dinge ſchwärmt, noch mehr als ich für die einge⸗ machten Birnen ſchwärmte, beſchloß ich, die erwähnte Falle der Leichtgläubigkeit dieſes Pitre zu ſtellen, und ich theilte ihm unter dem Siegel der Verſchwiegenheit mit, dieſe zwei Töpfe ſeien mit einem Arſenikmus ge⸗

füllt, das ich ſpeciell für den großen Schach von Perſien,

in der Abſicht, die ich Ihnen geſagt, bereitet habe.

Fafiou hatte damals noch keine finſtere Pläne gegen

ſeine Perſon, und er ſchauderte, als er die Töpfe nur ſah! Da er aber ſeitdem in die Ihnen bekannte Ver⸗ zweiflung gerathen war, ſo dachte er an dieſe zwei Töpfe zuerſt mit einem minder großen Schrecken; ſo⸗ dann, als er ſich völlig an die Selbſtmordgedanken gewöhnt hatte, mit kaltem Blute und ſogar mit Freude.

Sie begreifen nun Alles, Mylords und meine Herren. Da er den höchſten Grad von Verzweiflung erreicht hatte und zu ſterben entſchloſſen war, ſo Fafion die zwei Töpfe, von denen jeder ein Pfund Mus enthielt. Die erſten Symptome waren die der Vergiftungz doch, Dank ſei es den raſch wirkenden Mitteln, die ich in ſeiner Lage anwandte, glaube ich Ihnen dafür ſtehen zu können, daß das Leben unſeres Kameraden Phénix