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war, mein lieber Oheim: ich war ſicher, ausgeſcholten zu werden.“
„Sage beneidet, glücklicher Spitzbube! Nur dieſe Seeräuberſöhne haben ein ſolches Glück! Wir ſtellen alſo vor Allem die Thatſache auf: Du biſt verliebt, ſehr verliebt.“
„Ich bitte Sie, mein lieber Oheim, nennen Sie nicht Liebe das Gefühl, das ich für Regina habe.“
„Ah! Wie ſoll ich es denn nennen? Laß hören.“
„Ich weiß es nicht; doch die Liebe, iſt das nicht der Name, mit dem die gemeinſten Menſchen ihre ma⸗ teriellen Inſtincte, ihre brutalen Fantaſien benennen? Glauben Sie, ich hege für dieſes bezaubernde Geſchöpf daſſelbe Gefühl, das Ihr Portier für ſein Weib hat?“
„Bravo, Petrus! Immer zu, mein Kind!. Ich vermöchte Dir nicht zu ſagen, in welchem Grade Du mich erfreuſt 65 iſt alſo nicht Liebe, was Du für Regina empfindeſt? Run, ſo erkläre mir, was es iſt. Ich, ein plumper Materialiſt, ein Mann des andern Jahrhunderts, glaubte bis jetzt, die Liebe ſei die materielle und geiſtige Combination deſſen, was es Reinſtes im Menſchen gibt, wie dieſer Kaffee das iſt, was es Feinſtes in der Pflanze gibt, welche auf der Erde wächſt, und unter der Sonne, die am Himmel glänzt. Ich täuſchte mich; deſto beſſer! Es gibt ein anderes Gefühl, das himmliſcher, ätheriſcher, glühen⸗ der iſt, als dieſes. Ich verlange mit ihm Bekannt⸗ ſchaft zu machen und bin in Verzweiflung, daß ich ſo ange gewartet habe, um mich ihm vorſtellen zu laſſen.“
„Sie ſpotten über mich, mein Oheim!“
„Oh! Gott behüte mich!“
„Bei meinem Ehrenworte, ich ſage Ihnen die Wahrheit. Was ich für Regina eſüpfinde, iſt ein Ge⸗ fühl, das keinen Namen in der Sprache hat,— neu, ſanft, friſch, mild, erhaben wie ſie, das vor ihr nicht
Die Mohicaner von Paris. 1v. 8 3


