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„Sprich alſo.— Ein Glas Alicante, Franz; ich will in der beſtmöglichſten Stimmung anhören, was mein Reffe mir zu ſagen hat... So, es iſt gut!.. Nun vorwärts, Petrus,“ fügte der General bei, wäh⸗ rend er an den Flammen des Candelabers den in ſei⸗ nem Glaſe enthaltenen Rubin blinken ließ.„Deine Ge⸗ liehte
„Ich habe keine Geliebte, mein Oheim.“
„Ei! was haſt Du denn?“
„Ich hege ſeit ſechs Monaten für eine Perſon, die es in jeder Hinſicht verdient, eine von den Leiden⸗ ſchaſten, ſehen Sie...
„Nein, ich ſehe nicht,“ ſagte der General.
„Welche wahrſcheinlich kein Reſultat haben wird.“
„Dann iſt alſo Deine Leidenſchaft verlorene Zeit.“
„Nein, eben ſo wenig, als die Leidenſchaft von Dante für Beatrice, von Petrarca für Laura, von Taſſo für Eleonore verlorene Zeit geweſen iſt.“
„Das heißt, Du wollteſt nicht eine Frau heirathen und ihr Dein Vermögen verdanken, während Du eine Geliebte haben willſt und Dir Deinen Ruf verdanken. Iſt das Logik, was Du da machſt, Petrus?“
„Das iſt äußerſt logiſch, mein Oheim.“
„Und welches Meiſterwerk verdankſt Du ſchon Dei⸗ ner Beatrice, Deiner Laura, Deiner Eleonore?“
„Erinnern Sie ſich meines Bildes: der Kreuz⸗ ritter?“
„Es iſt Dein beſtes, beſonders ſeitdem Du es überarbeitet haſt.“
„Das Geſicht des Mädchens, das an der Quelle Waſſer ſchöpft, ſchien Sie vollkommen zu befriedigen.“
„Es iſt wahr, es hat mir außerordentlich gefallen.“
„Sie haben mich gefragt, wo ich mein Modell ge⸗ nommen.“
„Und Du antworteteſt mir, Du habeſt es aus Deiner Einbildungskraft genommen; was mir, beiläufig geſagt, ziemlich dünkelhaft geſchienen hat.“


