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„Ei! was Teufels ſoll ſie denn ſehen? Was iſt Frau von Marande? Eine Frau in der Gewalt ihres Mannes und im Unvermögen der Reue. Beſchäftigt ſie ſich mit der Kunſt? Sie ſiebt einen jungen Mann: ſie ſchaut ihn an; ſiehſt Du ein Pferd, ſo ſchauſt Du es auch an.“
„Ja; doch ſo ſchön es ſein mag, ein Fries von Phidias iſt mir lieber.“
„Und wenn Du eine ſchöne junge Frau ſiehſt, iſt Dir ein Fries von Phidias auch lieber?“
„Bei meiner Treue, Oheim...
„Vollende nicht oder ich verleugne Dich als mei⸗ nen Neffen! Frau von Marande hat Recht, und Du haſt Unrecht; es iſt an Dir ein wenig zu viel vom Künſtler und nicht genug vom Weltmanne! Dein Gang iſt eine Art von Gehenlaſſen, das man einem Studenten verzeihen kann, während es einem Manne von Deinem Alter und Deinem Namen nicht ſteht.“
„Sie vergeſſen, mein Oheim, daß ich mich nach dem Namen meines Vaters nenne, und nicht nach den Ihrigen, und daß man, wenn man ſtreng bei de Tournure eines Abkömmlings von Joſſelin III. ſein darf, doch nachſichtig bei den Fehlern des Sohnes von einem Seeräuber ſein muß, wie Sie meinen Vater betiteln. Ich heiße Petrus Herbel, mein Oheim und nicht Vicomte Herbel von Courtenay.“
„Alles dies iſt kein Grund, mein Neffe. Es liegt viel vom Charakter des Menſchen in ſeinem Gange, in ſeiner Art, ſich zu halten, den Kopf zu tragen, die Arme zu bewegen; ein Miniſter geht anders als ſein Angeſtellten, ein Cardinal anders als ein Abbé, ein
Siegelbewahrer anders als ein Notar. Möchteſt Duß
gehen wie ein Huiſſier oder wie ein Handelsaufſeher!
Höre, zum Beiſpiel: Deine Kleider find auf eine er⸗
bärmliche Art gemacht; Dein Schneider iſt nur ein
Eſel.“ „Es iſt der Ihre, mein Oheim.“
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