Teil eines Werkes 
13.-18. Bdchn (1856)
Entstehung
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Petrus reichte das Mouſſeline⸗Glas, das durch die Feinheit ſeiner Form und die Durchſichtigkeit ſei⸗ nes Kriſtalls ſeinen Namen eher zweimal als einmal verdiente.

Als das Glas gefüllt war, ſtellte er es zu ſeinem Teller. 2

„Ei! ſo trinke doch ſogleich!“ ſagte der General.

Es fiel Petrus nicht ein, die Ermahnung ſeines Oheims habe zum Zwecke, es zu verhindern, daß der Wein kalt werde oder ſein Aroma verliere; er glaubte nur, es beunruhige ſeinen Oheim, daß er ihn ohne zu trinken von ein paar Gerichten habe eſſen ſehen:— er erniedrigte eine gaſtronomiſche Ermahnung zur ein⸗ fachen Höhe einer Maßregel der Hygiene!

Seinem Oheim gehorchend und fühlend, daß wirk⸗ lich der ſpaniſche Pfeffer, mit dem der Karick à l in- dienne, von welchem er gekoſtet, gewürzt war, eine ge⸗ wiſſe Flamme in der Kehle zurückgelaſſen hatte, goß er ſeinen Wein vom kleinen Glaſe in das große über, füllte das große Glas mit friſchem Waſſer und leerte es auf einen einzigen Zug.

„Ha! Schurke!“ rief der General.

„Was denn?“ fragte Petrus beinahe erſchrocken.

„Eil wenn Dein Corſar von einem Vater nicht beſtändig ſeine Fahrten im Canal gemacht hätte, ich würde glauben, er habe vom Cap Conſtantia⸗Wein oder vom Schwarzen Meere eine Beilaſt Tokayer Wein zu⸗

rückgebracht, und Du ſeiſt am Nutſchkännchen mit Nectar genährt worden.“

„Warum denn dies?“

„Wie, Unglücklicher! ich ſchenke Dir ein Glas Haut⸗Laffitte ein, von demſelben, der in den Tuilerien im Jahre 1812, einem Kometenjahre, eingekellert wor⸗ den iſt, und der gerade recht lau gemacht gar keinen Preis hat, und Du trinkſt dieſen Wein mit Waſſer!.. Franz, ſuche Dir Suresnes⸗Wein zu verſchaffen und ſtille damit meinem Neffen den Durſt.“