Teil eines Werkes 
13.-18. Bdchn (1856)
Entstehung
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kannſt, und ſo vertraut, als Du nur immer kannſt. Eine gut geſtellte Frau, die für uns eingenommen wird, und die uns bei ihrer Coterie anpreiſt, das iſt die Wohlfahrt in Fleiſch und Knochen, mein Kind. Verbinde Dich alſo nicht ſo leicht: bedenke, ſo oft Du eine neue Verbindung eingehſt, welche Vortheile Du daraus ziehen kannſt: das iſt das, was man Weltkennt⸗ niß, Lebenserfahrung nennt. Benütze meine Erfah⸗ rung und meine Weltkenntniß; faſſe Fuß in allen Mi⸗ niſterien; verſchaffe Dir Eintritt bei allen Geſandtſchaf⸗ ten; Du wirſt Oppoſition machen, wenn Du fünfzig Jahre zählſt und eine Rente von ſechzigtauſend Livres haſt. Beſuche in Deinen verlorenen Augenblicken einige Banquiersfrauen, eine oder zwei Frauen von Notaren, nicht mehr. Mache ein paar Paſtellbilder von Witwen von Stande, das wird die Aufmerkſamkeit auf Dich

ziehen; kennſt Du keine ſolche Witwen, ſo erfinde! In

einem Winkel ihres Cabinets machen und vernichten die Frauen die Reputationen; beſuche die Frauen, mein Lieber, beſuche die Frauen! Die Frauen ſind es, welche die Meinung modeln, und am Ende iſt die Meinung die Königin der Welt!“

„Aber, mein Oheim, es iſt eine ungeſellige Geſell⸗ ſchaft, die Sie mir da vorſchlagen.“

„Die Geſellſchaft, mein Kind, iſt ein Wald, wo Jeder bewaffnet ſpazieren geht: die Waffe des Einen iſt ſein Geiſt; die Waffe des Andern ſein Vermögen. Wehe dem, der der Art, wie die Polizei gemacht iſt, vertraut und nicht ſeine Vorſichtsmaßregeln nimmt! Das Spiel des Lebens, mein lieber Petrus, iſt wie das Piquet: Einige ſpielen es ehrlich, und richten ſich dabei zu Grunde; viele Andere filiren die Karte, und bereichern ſich dabei.“

„Mein lieber Oheim, es gibt indeſſen Menſchen, die ſich bereichern, ohne ſolche Manoeuvres anzuwenden.“

„Ja: man muß den Theil des Zufalls machen, der ſich manchmal täuſcht und bei einem ehrlichen Manne

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