Teil eines Werkes 
13.-18. Bdchn (1856)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

90

„Man wollte mir das Doppelte von dem, was er werth iſt, geben.“

„Warum haſt Du Dich dann geweigert?“

„Weil mir der Käufer nicht anſtand.“

„Du erlaubſt Dir, dem einen oder dem andern Gelde den Vorzug zu geben?“

„Ja, mein Oheim, weil ſich meiner Anſicht nach nichts ſo wenig gleicht, als das Geld und das Geld.“

„Ha! Burſche, ſollteſt Du, nachdem Du Deinen Herrn Vater zu Grunde gerichtet haſt,— was kein großes Unglück iſt, denn das ſchlecht erworbene Gut ſoll nie zum Nutzen ausſchlagen,— zufällig die Prä⸗ tenſivn haben, mich auch auszuplündern?“

„Nein, mein Oheim, ſeien Sie unbeſorgt,“ erwie⸗ derte lachend Petrus.

„Und wer war der Käufer, der Ihnen nicht zu⸗ ſagte, Herr Häkelig?“

„Der Miniſter des Innern, mein Oheim.“

„Der Miniſter des Innern wollte Dein Bild kau⸗ fen? Ei! verſteht er ſich denn auf Malerei?“

„Ich habe Ihnen geſagt, es ſei auf die Empfeh⸗ lung von Lady Grey geſchehen.“

„Ah! es iſt wahr. lUind Du haſt es verweigert?“

„Ja, mein Oheim!“

„Darf man den Grund dieſer Weigerung wiſſen?“

„Ihre Oppoſition, mein Oheim.“

„Was hat meine Oppoſition mit Deinen Bildern zu ſchaffen?“

„Es ſchien mir, dieſer Ankauf eines Bildes vom Veffen ſei eine Fuchsſchwänzerei an die Adreſſe des Oheims.. Wir haben in der Kammer für ſich ſelbſt unbeſtechliche Leute, in deren Familie aber Stellen im Betrage von hunderttauſend Franken ſind.“

Der General dachte einen Augenblick nach, und ein Lächeln der Befriedigung klärte ſein Geſicht auf.

„Höre, Petrus,“ ſagte er mit dem väterlichſten Tone,„ich trachte nicht danach, Dir meine Meinungen