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„Du hörſt, meine Schweſter?“ fragte Abeille,„der Herr will ſehr gern mein Portrait machen.“
„Oh! er wird wohl einige Bedingungen ſtellen,“ erwiederte Regina.
„Welche?“
„Daß Sie vernünftig ſein und Ihrer Schweſter gehorchen ſollen, mein Fräulein.“
„Gut!“ verſetzte das Mädchen;„ich kenne meine Gebote Gottes auswendig; ſie ſagen:
„Du ſollſt Deinen Vater und Deine Mutter ehren!“
ſie ſagen aber nicht: „Du ſollſt Deinen Bruder und Deine Schweſter ehren!“
„Oh! ich will Regina von ganzem Herzen lieben, doch ich will ihr nicht gehorchen: ich will nur meinem Vater gehorchen.“
„Ich glaube es wohl!“ ſagte Regina:„er thut Alles, was Du willſt.“
„Sonſt würde ich ihm auch nicht gehorchen,“ er⸗ wiederte lachend die kleine Abeille.
„Ah! Abeille!“ rief Regina,„Du machſt Dich ſchlimmer, als Du biſt. Setze Dich artig hier zu mir und erzähle uns eine Geſchichte.“
Sodann ſich an Petrus wendend, fuhr ſie fort:
„Stellen Sie ſich vor, mein Herr, wenn ich trau⸗ rig bin,— was mir oft widerfährt,— kommt dieſes Kind zu mir und ſagt zu mir:„„Du biſt traurig, meine Schweſter Regina? Nun wohl, ich will Dir eine Geſchichte erzählen.“ Und dann erzählt ſie mir in der That Geſchichten, die ſie, ich weiß nicht woher nimmt, ſicherlich aus ihrem tollen Kopfe, aber Geſchich⸗ ten, bei denen ich mich zuweilen zu Tode lache!— Raſch alſo, eine Geſchichte, Abeille!“
„Gern, meine Schweſter,“ erwiederte die Kleine,
indem ſie Petrus anſchaute, als hätte ſie ſagen wollen:
„Hören Sie dieſe, Herr Maler!“
Petrus hörte, während er ungeheuer die Skizze


