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Es ſcheint mir alſo unmöglich, ein gutes Portrait von einem unbeweglichen Geſichte zu machen; unter unbe⸗ weglich verſtehe ich ein Geſicht, das die Plauderei nicht belebt. Die Perſonen, die ihr Portrait malen laſſen, geben ſich beinahe immer,— Dank ſei es dem Still⸗ ſchweigen, das ſie freiwillig beobachten, oder dem, das ein ungeſchickter oder ſchüchterner Maler zu beobachten ſie nöthigt,— eine gezwungene Miene, welche macht, daß die Freunde ſagen:„„Oh! das iſt es nicht! das iſt viel zu ernſt!““ oder:„„das iſt viel zu alt!““ Und der Fehler fällt auf den armen Maler zurück, während man bedenken ſollte, daß der Maler, mit ſei⸗ nem Modelle nicht bekannt, ſtatt ihm ſeinen gewöhn⸗ lichen Ausdruck zu geben, demſelben den Ausdruck des Augenblicks gegeben hat.“
„Sie haben Recht,“ erwiederte Regina, welche dieſe von Petrus ohne Prätenſion, und während er die Zu⸗ gehören des Bildes ſtizzirte, auseinander geſetzte lange Theorie angehört hatte,„und genügt es Ihnen, um von mir ein gutes Portrait zu machen, mein Geſicht belebt durch die Plauderei zu ſehen, welche meine ge⸗ wöhnliche und die mir theuerſte iſt, ſo bitte ich Sie, die Hand auszuſtrecken und zu klingeln.“
Der Lackei, der ihn eingeführt hatte und, wenn auch unſichtbar, doch im Bereiche des erſten Rufes war, erſchien auf der Schwelle.
„Laſſen Sie Abeille kommen,“ ſagte Regina.
Nach fünf Minuten trat ein Kind von zehn bis elf Jahren ein, oder es ſprang vielmehr von der Thüre zu den Füßen von Regina.
Für Eindrücke empfänglich wie ein Künſtler, und den unwiderſtehlichen Einfluß der Schönheit auf gewiſſe Organiſationen erleidend, gab Petrus einen Schrei von ſich und rief⸗
„O! das anbetungswürdige Kind!“
Das Kind, das eingetreten, und das ſeine Schwe⸗ Die Mohicanervon Paris. M. 3


