Teil eines Werkes 
13.-18. Bdchn (1856)
Entstehung
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Vergebens nahm er ſeine Palette; vergebens ſuchte er, vor ſeiner Staffelei ſtehend, ſeinen Pinſel auf der Leinwand zu führen: der Schatten der Amazone ſchwebte über ihm, ſchob ſeine Hand auf die Seite, liebkoſte ſeine Stirne.

Nach einer Stunde des Kampfes gegen das ſchöne Fantom ging er indeſſen wieder an die Arbeit.

an hätte glauben können, er ſei Sieger; er war beſiegt.

Der untermalte Gegenſtand, den die Leinwand dar⸗ ſtellen ſollte, war ein verwundeter, ſterbender, auf dem Sande liegender Kreuzritter, dem ein grabiſches Mäd⸗ chen Hülfe leiſtete; während ſchwarze Sklaven, die ſich wunderten, daß man, ſtatt ihm den Garaus zu machen, einem Hunde von Ungläubigen beiſtand, den Kopf des Sterbenden aufhoben, ſchöpfte das Mädchen, im zweiten

lane, im Helme des Ritters Waſſer an einer von drei Palmbäumen beſchatteten Quelle.

Dieſes Gemälde hatte Petrus in dem Augenblicke, wo er nach Hauſe gekommen war, die genaue Allegorie ſeines Lebens geſchienen. War er nicht in der That dieſer Ritter, der verwundet worden in dem harten Kampfe des Daſeins, wo jeder Künſtler ein Kreuzritter iſt welcher eine lange und gefährliche Pilgerfahrt nach dem Jeruſalem der Kunſt vollbringt? Und dieſe Amazone, der er begegnet war,— war ſie nicht die beſeligende Fee, welche man die Hoffnung nennt, und die aus ihrer naſſen Grotte hervorkommt, ſobald die Arbeit die Kräfte des Menſchen überſteigt, und Tropfen für Tropfen, wie die Venus Aphrodite, aus dem Ende ihrer gewundenen den Thau, der den Wanderer erquickt, fallen äßt?

Dieſes ideale Symbol, das ſeiner Einbildungskraft zulächelte, dünkte ihm ſo auffallend, daß er das mate⸗ rielle Symbol ſeines Lebens daraus zu machen beſchloß, und er nahm ſein Kratzmeſſer und tilgte in einem Augenblicke die zwei Köpfe der jungen Araberin und