ſchwarzen, von Schaum weißen Pferde ſaß; die unge⸗
ſtüme Energie, mit der ſie den Gang ihres Roſſes
lenkte und ſeine Launen bändigte, bezeichneten ſchon eine Reiterin von erſter Stärke, und das Geſpräch, das ſie mit ihrem Gefährten, trotz des heftigen Galoppes der Pferde, unterhielt, bewies, daß ſie eben ſo viel Kaltblütigkeit als Gewandtheit beſaß.
Ihr Begleiter war ein Greis von ſechzig bis fünfundſechzig Jahren, von ſchöner Miene und vorneh⸗ mer Tournure, mit einem grünen Reitrocke, weißen Hoſen und Stiefeln à la frangaise bekleidet; er trug einen großen ſchwarzen Filzhut, unter dem weiß, als wären ſie gepudert worden, Haare flatterten, welche etwas vom Schnitte des Directoriums beibehalten hatten. Es war unnöthig, das an dem Knopfloche dieſes Rei⸗ ters befeſtigte mehrfarbige Band zu ſehen, um zu wiſ⸗ ſen, welcher Klaſſe der Geſellſchaft er angehörte; über⸗ dies offenbarten ſeine dichten Augenbrauen, ſein rauher Schnurrbart, deſſen Spitzen über ſein Kinn herabfielen, der ein wenig harte Ausdruck ſeines Geſichtes bei die⸗ ſem Manne die Gewohnheit des Befehlens, und mit dem erſten Blicke erkannte man in ihm eine der mili⸗ täriſchen Illuſtrationen der Zeit.
Für Petrus war das raſche Vorüberziehen des Greiſes und des Mädchens wie eine Viſion, und wären ſie nicht eine halbe Stunde nachher auf ihrem Wege zurückgekommen und aufs Neue vor ihm erſchienen, ſo würde er geglaubt haben, er habe ein ſchönes Burg⸗ fräulein des Mittelalters, das ſich raſch nach ſeinem
Familienſchloſſe, in Begleitung ſeines Vaters oder
irgend eines alten Paladins, begeben, vorbeireiten ſehen. Petrus ging wieder nach Hauſe und wollte zur Arbeit ſchreiten; doch die Arbeit iſt eine eiferſüchtige Geliebte, die ſich zurückzieht, wenn Ihr die Stirne heiß von den Küſſen einer Nebenbuhlerin zu ihr kommt. Die Nebenbuhlerin der Arbeit von Petrus war ſein Begegnen, ſeine Viſion, ſein Traum.


