—————2 3 3—
10
Sodann ſich gegen ſeine Freunde umwendend:
„Nun, was ſagt Ihr hiezu?“
„Ich geſtehe,“ erwiederte Jean Robert,„ieſer
ann, der vom Rücken betrachtet ſo ernſt ausſieht, iſt von vorne geſehen ſehr ergötzlich.“
„Ich werde bei der Academie der Wiſſenſchaften den Antrag machen, ſie möge einen Preis für denjeni⸗ gen ſtiften, der die Krankheit findet, an welcher ein Menſch leidet, welcher mit ſchwarzen Beinkleidern, einem ſchwarzen Ueberrocke, einem runden Hute und einer fal⸗ ſchen Naſe ſpazieren geht!“ ſagte Ludovic.
„Und Du brauchſt einen Preis, eine Aufmunterung, eine Prämie, um das zu finden?“ verſetzte Petrus mit einer geringſchätzenden Miene.
„Höre,“ ſprach Jean Robert,„Petrus hat gerade ſeine Divinationsader: er wird es Dir ſagen.“
„Oh! dazu fordere ich ibn auf!“ rief Ludovic.
„Petrus ſieht vielleicht an dieſem Menſchen etwas mehr als eine falſche Naſe.“
„Sollte er auch ein falſches Toupet ſehen, wohin würde ihn das führen?“
„Wohin die Form, unter der auf der See die Se⸗ gel eines Schiffes erſcheinen, Chriſtoph Columbus e⸗ führt hat! wohin der Fall eines Apfels Newton geführt hat! wohin der auf einen Drachen fallende Blitz Frank⸗ lin geführt hat! Zur Entdeckung der Wahrheit,“ ant⸗ wortete Petrus mit der Scheinbegeiſterung, welche eine der komiſchen Formen der Converſation jener Zeit war.
„Höre,“ ſprach Jean Robert,„irgend ein Philo⸗ ſoph hat geſagt, jeder Menſch, der eine Wahrheit ent⸗ deckt habe und ſie für ſich behalte, ſei ein ſchlechter Bürger. Deine Wahrbeit, Petrus? Deine Wahrheit?“
Petrus war gerade in einer von jenen Stunden nervöſer Aufregung, wo das Sprechen eine Erleichte⸗ rung iſt; er ließ ſich alſo nicht bitten, um das Wort zu nehmen.
„Nun wohl, ja, Ihr unglücklichen Blinden, die
—


