Teil eines Werkes 
9.-12. Bdchn (1855)
Entstehung
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Ah! meivn Herr, ſagte der ehemalige Oberwund⸗ arzt,glauben Sie denn, die Männer unſerer Generation ſeien Weichlinge, wie es die der Ihrigen ſind? Ich war dabei, und ich diente Lorreh als Gehülfe, als er dem braven Montebello beide Beine abnahm; es fand eine Discuſſion von fünf Minuten ſtatt, ob man die Opera⸗ tion an ihm machen ſollte, oder ob man ihn ſollte ſterben laſſen, ohne ihn mehr zu quälen; ſtellen Sie ſich etwa vor, man habe ſich vor ihm verborgen? Nein, mein Herr, er nahm Theil an der Discuſſion, als hätte es ſich um einen Fremden gehandelt, und ich höre ihn noch mit einer Stimme ſo feſt, als hätte er gerufen: Vor⸗ wärts! zu uns ſagen:Schneidet, alle Teufel! ſchneidet!

Es iſt möglich, mein Herr, daß man, wenn man auf einem Schlachtfelde, unter fünfzehn bis zwanzigtau⸗ ſend Verwundeten operirt, nicht Zeit hat, alle die Zart⸗ heiten zu beobachten, welche unſerer Generation den Titel Generation von Weichlingen verſchaffen, doch wir ſind hier auf keinem Schlachtfelde; Herr Gérard iſt kein Marſchall von Frankreich, wie der brave Monte⸗ bello; er iſt ein durch ſeine Lage ſehr niedergeſchlage⸗ ner Mann, der, wenigſtens wie es mir geſchienen, ge⸗ gewaltig Angſt vor dem Sterben hat, und bei dem die betroffene Einbildungskraft, dünkt mir, noch nachthei⸗ liger wirken kann, als die Krankheit.

Ah! was die Krankheit betrifft, Sie ſagten mir, Sie ſeien nicht derſelben Anſicht wie ich!

Ueber die Krankheit, das iſt wahr.

Und was iſt Ihre Anſicht?2

Sie begehen einen Irrthum, mein Herr, daß Sie Herrn Gérard an einer Magenentzündung behandeln!

Ich hätte mich geirrt?

Ja, indem Sie annehmen, ich wiederhole es, Herr Göérard ſei von einer Magenentzündung befallen.